Der Verein
Seit der Gründung im Jahr 2002 ist Jürgen Roters, Oberbürgermeister der Stadt Köln, Schirmherr des Sommerblut Kulturfestivals und engagiert sich für die kulturelle Arbeit des zugehörigen Vereins. Der Verein wurde 2006 gegründet und engagiert sich für alternative Kulturprojekte innerhalb des kulturellen Lebens der Stadt Köln, mit dem Ansatz, aktuelle politische und kulturelle Themen im Spannungsfeld sich ständig verändernder gesellschaftlicher Rahmenbedingungen aufzugreifen.
Neben dem Ziel eines offenen, alternativen, internationalen und vielfältigen Kulturprogramms, stehen vor allem inklusive, integrative professionelle Kulturprojekte im Fokus, in denen der Verein an den Grenzen konventioneller Sehgewohnheiten arbeitet und diese bisweilen auch überschreitet, um auf kreative Weise Tabubrüche zu inszenieren und gesellschaftliche Diskurse und Weiterentwicklungen anzuregen. Gerade die Reibungsflächen und Friktionen unseres Alltags sollen aufgespürt und Grenzen überschritten werden, um neue Horizonte zu öffnen und den Zuschauern einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Dabei wird ausdrücklich die Zusammenarbeit von Menschen mit Behinderung, sozial benachteiligten Menschen, Laien und professionellen Künstlern angestrebt.
Der Verein will damit behinderten und sozial benachteiligten Menschen Plattformen auf hohem professionellem Niveau eröffnen
sowie künstlerisches Schaffen ermöglichen, das seinen Reiz und Reichtum gerade aus dem Handicap oder der sozialen Benachteiligung der Einzelnen bezieht. Die erfolgreichen Projekte der letzten Jahre haben bewiesen, wie spannend, anregend, hilfreich derart verstandene Kultur jenseits des Mainstreams sein kann und welche weitreichenden Impulse die Projekte in die Stadt Köln und darüber hinaus in die gesamte Republik, inzwischen aber auch ins Ausland tragen.
Menschen, die die Ideen des Sommerblut Kulturfestivals aktiv oder passiv unterstützen bzw. mittragen möchten, sind stets herzlich willkommen! Denn Kultur braucht Engagement.
Nehmen Sie Kontakt mit uns auf:
verein@sommerblut.de
Durch die Initiative und Unterstützung des Fördervereins konnte folgende Projekte realisiert werden:
Mit dem jüngsten Stück wurde in Zusammenarbeit mit dem contergangeschädigten Regisseur Niko von Glasow ein Theaterstück auf die Bühne gebracht in dem das Thema Behinderung im Mittelpunkt stand. In „Niko von Glasow`s Alles wird gut“ geht es um 14 Menschen mit körperlichen und geistigen Seltsamkeiten, die sich bei der größten Castingshow Deutschlands bewerben und alle auf die Chance ihres Lebens hoffen. Stattdessen werden sie aber in einen Warteraum abgeschoben und schließlich vergessen. Entgegen der zu erwartenden Selbsterniedrigung durch die Medien erfahren sie jedoch echte Gefühle wie Freundschaft und gegenseitige Wertschätzung.
“Out trips” ist site specific theatre und eine Produktion des Kölner Jugendzentrums anyway vom Sozialwerk für Lesben und Schwule e.V. in Kooperation mit dem Sommerblut Kulturfestival. Unter Leitung der beiden TheaterpädagogInnen Charlott Dahmen und Stephan Isermann entwickelten im vergangenen Jahr 20 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 27 Jahren diese Performance: Sie widmeten sich dabei aus ihrer Sicht wichtigen Aspekten lesbisch-schwul-bi-trans-Lebens zu verschiedenen Zeiten – schickten Rollenbilder in die Bedeutungslosigkeit – und entwickeltenn ihre eigene Utopie einer multisexuellen Gesellschaft in 2099.
Ist unser Gedächtnis etwa viisuell, unberührbar und geräuschlos? Dagegen spricht die Ausstellung Blinde Flecken, die 2011 zusammen mit dem Verein Blinde und Kunst im Studio in Köln realisiert wurde. In ästhetisch feinen soundscapes-artigen aufnahmen werden akustische Umwelten hautnah hörbar gemacht. Diese führen nicht in die Welt Blinder, sondern eine auch für Sehende erfahrbare Welt. Die Ausstellung ist ein Audioprojekt, das innerhalb des europaweit einzigartigen Gemeinschaftsprojektes Ohrenblicke – Radiokunst von Blinden und Sehenden realisiert wurde, die Hörkunst weiter entwickelt und sie mit anderen Städten Europas vernetzt.
In Koproduktion mit dem Theater HORA Zürich und dem Freien Werkstatt Theater Köln (FWT) konnte im Jahr 2010 in Zusammenarbeit mit professionellen SchauspielerInnen und MusikerInnen mit und ohne geistige Behinderung aus Deutschland und der Schweiz ein theatrales Traumgebilde inszeniert werden. Die Theaterproduktion „menschen! formen!“ feierte in Köln Premiere und wurde anschließend auf weiteren nationalen und internationalen Bühnen aufgeführt.
Ebenfalls in 2010 wurde in Kooperation mit dem Theaterensemble „GOLD & EDEN“ das Stück „Lichtschattengewächse“ inszeniert, dass sich mit den biografischen Erfahrungen von Lesben und Schwulen im Alter auseinandersetzte.
„Out Takes“ machte die Wünsche, Träume und Erfahrungen Jugendlicher aus 3 Kölner Stadtteilen zum dreh- und Angelpunkt der Performance. Unter professioneller Leitung entstand im Jahr 2010 aus Musik, Tanz und Video eine vielschichtige Bühnenschau.
In 2009 fanden im Rahmen einer Kooperation mit der Blindenstudienanstalt Marburg blinde und sehbehinderte sowie sehende TänzerInnen zu dem Tanztheater “Blind Date” zusammen. Die seit Jahren erfolgreichen Tanzchoreografen Philip Taylor und Regisseurin Karin Winkelsträter begaben sie sich zusammen mit ihren Tänzer/Innen auf die Suche nach den vielen Facetten von Einsamkeit, Nähe, Liebe und Beziehung zwischen sehenden und blinden Menschen. Das uneingeschränkte Einlassen aller blinden und sehenden sechs Tänzer/Innen auf diese Thematik, führte zu einer beeindruckenden Choreografie über das Alleinsein, über Annäherung, Zusammensein, Verschmelzung, Verlust, über das große Menschenthema Liebe.
Die Produktion “7 x K”, ein ein Tanzprojekt mit gehörlosen und hörenden TänzerInnen, in Kooperation mit der tanzfabrik.wien, wurde in 2008 mit großem Erfolg realisiert.
2007 konnte mit dem Mixed-abled-Ensemble “DIN A 13 tanzcompany” unter der Leitung der Choreografin Gerda König mit “SexID”eine außergewöhnliche Tanzproduktion mit körperbehinderten und nicht-behinderten TänzerInnen entwickelt werden. Zusammen begaben sie sich auf die Suche nach den vielen Facetten der „Geschlechterrollen und Sexualität“. Gerda König: „Ein anspruchsvolles, interessantes aber auch schwieriges Thema“. Das uneingeschränkte Einlassen aller 6 TänzerInnen auf diese spannende Thematik, führte im Ergebnis zu einer beeindruckenden Choreografie über das Begehren. Die Produktion wurde zu einem Highlight des Festivals und gewann den Theaterpreis 2007.












