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Arnes Durchblick #14 vom 30.5.2021: Es bleibt eine Kaffeefahrt – die (dramaturgische) Technik stirbt zuletzt

Die BVB-Kaffeefahrt zum Fußball-Club gefiele mir besser als die Bestattungs-Vorsorge-Beratungs-Show. Schlechte Witze, nervende 80er-Jahre-ElectrO-Instrumentals und surreal wirkende Beiträge dazu, wie vielfältig Millionäre und Obdachlose zur Asche werden, zur präparierten Leiche für Sarg oder Medizinstudent:innen.

Obligatorische Technik-Herausforderung: Heute Malen wir nicht nach Zahlen, sondern QR-Codes, Kamera funktioniert hoffentlich.

Nachdem das klischeereife Duo aus Bestatterin ohne und Busfahrer mit Migrationshintergrund uns allein ließ, lernte ich aus weiblicher Perspektive über die Trauervioline und den versteckten Friedhof Hürth-Knappsac. Übergangslos folgte eine Klagerede auf Verstorbene, über die es nur Schlechtes, gar nichts oder bis zum Tod Verheimlichtes zu sagen gab. Sie vergisst die Angehörigen, die das Trauerreden held:innenhaft als Fürsorgeverpflichtung an sich reißen.

Zur Krönung eine Belehrung, etwas aus Sterben und Leben zu machen. Ich wolle mich eh nicht mit dem Tod beschäftigen, doch solle mit ihm Frieden schließen? So schon mal nicht!

Das war‘s mit dem Vorsommer-Samstagabend, das natürliche Ende eine Kaffee-Verkaufsfahrt. Entscheide dich jetzt: Wie willst du sterben? Wie leben? Wie dramaturgisch verstörend!