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Arnes Durchblick #17 vom 17.6.2021: Kleine Bühnen in der großen Stadt – der perfekte Start ins analoge Festivalprogramm

Am Ebertplatz küsst der Beton leidenschaftlich die menschengemachte Natur-Inszenierung. Das Publikum johlt – vorbeifahrende Autos vom Kleinwagen bis zum Transporter. Die perfekte Bühne für Rosis Modenschau in Urbane Oasen. Das Menschenpublikum auf den Klappstühlen klatscht begeistert.

Die Stadtkamele haben die 12 besucher:innen und das Ensemble nach rund 3 Stunden Fahrradtour schon zu vielen Oasen gebracht: Ein idyllisches früheres Schussfeld, bizarre Friedhofsgeschichten, die Ironie einer Baumspende oder Überlegungen, wie man die Baumrechte auf gesunde Nahrung oder Nicht-Schön-Dastehen-Müssen verteidigt.

Nicht nur für hörbeeinträchtigte Besucher:innen lohnt‘s sich, die vorproduzierten Beiträge mit nostalgischer Naturdokumentations-Musik gemeinsam über die mitgebrachten Kopfhörer abzuspielen. Für alle bieten sie ein einmaliges Erlebnis mit den stillen Performances der jugendlichen Künstler:innen und den unvorhersehbaren Klängen einer Stadtautobahn oder spielenden Kindern.

Ich glaubte bei der Programmbeschreibung nicht, dass es ein spannendes Kunstwerk wird, bei manchen Texten nicht, dass sie zu den jungen Künstler:innen passen. Aber ich bin mir sicher, dass die Stadt-Natur ein anspruchsvolles inklusives, ja gesundheitsförderndes Theater bieten kann. Nichts wie hin.