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Arnes Durchblick #18 vom 28.6.2021: Vier ernste Gesänge über die Natur-Kunst von Biotopia – in lebendigen Versen inspiriert von der Brahmsstraße aus

  1. Unscheinbar wie ein Insekt,
    das gerade einem Kokon entschlüpfte,
    bewegt sich eine Tänzerin
    im Tal
    am äußeren Grüngürtel Köln-Lindental.
    Ein vogel-und-pflanzenkundiger Schamane erklärt
    nebenbei, das nahegelegene RWE-Gebäude sei wie eine Lasagne aus Kohlenstoff geschichtet,
    zu der
    auch wir
    langfristig einmal werden.
    Auf einer Parkbank sitzend versinkt
    der Abschluss eines Berichts über symbiotisch
    vernetzte Pilzlandschaften in
    kaum hörbare Schnipsel von Zischlauten.
    Sie machen hörbar, wie subtil
    Millionen Bakterien das Wirken des Menschen
    oftmals unbemerkt
    überlagern und
    lenken.
  2. Zwei Straßenbahnfahrten zur Brahmsstraße boten
    von anfänglichen Orientierungsproblemen bis zu
    nachdenklichen und
    erbaulichen Spaziergängen
    eine große Bandbreite an
    Kunst aus Natur heraus,
    die beste Umsetzung des Festivalthemas!
  3. Die Produktion zeigt
    deutlich,
    an welche Grenzen das
    Publikum durch
    technisch innovative
    Formate jenseits
    künstlerisch-kultureller Fähigkeiten
    gebracht wird.
  4. Wem „Urbane Oasen“ zu kindisch war,
    dem dürfte die intellektuell und spirituell
    viel anspruchsvollere
    Performance mit Audio-Spaziergang „Biotopia
    mehr zusagen. Die Produktion sollte
    Potenzial und Grenzen von
    altem und neuem Publikum
    inklusiver im Blick behalten.