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Arnes Durchblick #24 vom 13.9.2021: The winners deserve it all – keine Auszeichnung, aber zu Gast beim Kölner Kulturpreis

Und wie ging die Verleihung des Kölner Kulturpreises 2021 aus?

Die Auszeichnung Kulturereignis 2020 erhielt am 30.8.2021 im beeindruckenden Flora-Palais die Ausstellung „Arnt der Bilderschneider“: Frisch rekonstruierte religiöse Spätmittelalter-Kunstwerke aus dem niederrheinischen Kleve und den Niederlanden. Der Halbniederländer muss hier gestehen: 2020 waren selbst Gender Studies und wahrscheinlich Provenienzforschung in meiner Heimat Kleve nichts Neues mehr. Bin ich ein schlechter Verlierer?

Neben erstmaliger Audiodeskription für mich, einziger geladener blinder Gast, und Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache für gleich viele gehörlose Gäste gab es noch einen inklusiven Lichtblick. Die Kulturmanagerin des Jahres ist meines Wissens nicht-beeinträchtigt. Doch managt Jutta Pöstges erfolgreich Ausstellungen des Kunsthauses KAT18, somit Werke von Künstler:innen mit Beeinträchtigungen. Sogar die Oberbürgermeisterin schwärmt für eine der anwesenden Künstler:innen.

Besonders freut mich die Auszeichnung der TanzFaktur als Junge Initiative. Dort war unsere Produktion „Eine Winterreise“ zu sehen.

Fazit frei nach ABBA: Die ausschließlich weiß-europäisch-stämmigen Gewinner:innen verdienen‘s alle. Beeindruckend, wie konsequent unsichtbar die im Stadtanzeiger präsentierte Diversität bei Kölns wichtigstem Kulturpreis bleibt.