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Arnes Durchblick #27 vom 27.9.2021: „Animal Farm“ nach der Wahl – welche Revolution darf‘s heute sein?

Die „Neuinszenierung von Farm der Tiere“ bietet fernab vom Original eine Auswahl von Revolutionen: Beispielsweise Europa als Vorreiterin oder Ausbeuterin, sexuelle oder kulturell-philosophische Revolution.

Visuelle Orientierungsmöglichkeit: Leinwandbilder hinter den Schauspielenden, deren viele Kostüme oder die rote Fahne der Revolution im Menschenpark-Labor.

Ich nehme wahr: Die Menschen als Tiere im Publikum begrüßen uns mit gemurmelten Hilferufen. Im Laufe des Stücks lasse ich ihre Rollen, Musikstücke, Überlegungen und Revolutionsverkündigungen auf mich wirken. Vor allem die Spannungen und Stimmungen kann ich gut verfolgen. Mein Partner verzichtet meist auf Bildbeschreibungen. Geht oft zu schnell, und es stört meinen ebenfalls hörbeeinträchtigten Sitznachbarn. Meine Blindheit bemerkt dieser erst später, ist verständnisvoller.

Auch andere Zuschauer:innen meinen: Agora hat die Revolutionen des 20. Jahrhunderts in der Inszenierung gleich groß gezeigt. Ist denn nichts revolutionär? Oder ist Revolution sogar nichtig? Dann bleibt immerhin die Spielfreude der Schauspieler:innen in der Alten Feuerwache. Sie reißt immer wieder mit, vielleicht in eine bessere Welt. Nach der Revolution bleibt vor der Revolution, scheint‘s.