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Arnes Durchblick #31 vom 1.11.2021: Wie ein Vogelschwarm den Wiener Platz verzauberte

Die Programmbeschreibung von Birds, deutsch „Vögel“, ist ein klassischer Text für philosophisch-abstrakte zeitgenössische Kunst. Man kann nur schwer erahnen, was passieren wird und ob man Intellekt dafür braucht.

Noch um 15 Uhr war der Wiener Platz charmant ungemütlich, wie ein Ebertplatz ohne Grünanlage. Hier und da sitzen Menschen auf Treppen, sprechen verschiedene Sprachen, scheinen in einfachen Verhältnissen zu leben, Expert:innen eines Privileg-armen Alltags.

Keine 10 Minuten später führen einige Menschen kleine Schwärme über den Platz, in Eiform, Kreisen, Reihen, langsam bis schnell. Der meditative Oberton- und Mantra-Gesang geht nach und nach in Hiphop-Beats und Live-beatboxing über. Langsam entstehen Tanzformationen, die aufeinander kämpferisch zulaufen, sich entfernen, mit Fallschirmen umher rennen und sich verselbständigen. Die Profis des Brüsseler Ensembles tanzen Soli, von Kindern bis Senior:innen. Oder sind es doch Zuschauer:innen, darunter ein blinder Sommerblut-Blogger?

Nach rund einer Stunde Spaß fragt man nicht nach den Künstler:innen-Rollen. Sicher ist aber, der Wiener Platz war kurzzeitig frei von seiner grauen Eintönigkeit. das sollte öfter vorkommen!