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Arnes Durchblick #33 vom 26.11.2021: Das war‘s schon fast – unser hybrides Jubiläumsjahr

Im Advent klingt das Sommerblut-Festival 2021 aus mit „27 LightScapes“. und „TANK“. Schon jetzt nehme ich euch in „451°F“ Wörtern mit zu meinem persönlichen Jahresrückblick auf 32mal „Arnes Durchblick“. Hier gibt‘s alle Neuigkeiten zum Nachlesen.
Recht still läuteten wir die Saison ein. Ganz ohne Baulärm errichtete unser Team das Online-Kulturzentrum. Das geschah in kürzester Zeit und deswegen mit technischen Barrieren. Wir hofften auf Präsenzveranstaltungen. Als das nicht ging, wollten wir mehr Publikumskontakt als letztes Jahr ermöglichen.
Die Jubiläumsgala wurde der Höhepunkt unseres 20-jährigen Geburtstags. Ihr könnt euch weiterhin den zeitlosen Abend mit Audiodeskription ansehen. Meine persönlichen Lieblinge waren außerdem die Darbietungen „Samsa“, „Otherhood“ und „Besser Sterben“. Die erste Präsenzveranstaltung, die Demonstration Mad Pride und das Online-Kulturfinale landeten allerdings in meiner Nachlese. Denn mit defekten Hörgeräten kommt Mensch blind-schwerhörig nicht weit.
Wir veranstalten nicht nur Kultur, wir reden drüber! Zum 3. Inklusionskulturtag aus dem Schauspiel Köln veröffentlichte der Verein Inklusion und Kultur e.V. im Oktober eine ausführliche Kritische Selbstbetrachtung, auch mit meiner Handschrift. Meine Kolleg:innen haben einen 15-Minuten-Projektfilm zusammengestellt, eine Alternative zu den verlinkten 6 Textseiten oder 6 Stunden Tagungsvideo.
Ab dem 17.6.2021 ging es dann in die schönste Verlängerung des Jahres. Endlich raus in die Natur der Kölner „Urbanen Oasen“! Seitdem fanden nur noch Präsenzveranstaltungen mit Publikum statt wie „Biotopia“, „A mile in my shoes“ und Eine Winterreise“. „Unkraut“ bekam im sakralen Raum eine zweite Chance. Online weniger überzeugend, konnte die Installation in der City-Kirche St. Michael endlich aufblühen. Manches wirkt online einfach nicht gut.
Den Kölner Kulturpreis gewannen wir nach der Nominierung nicht. Das ist ein Ansporn, besser zu werden: Expert:innen diverser Lebenssituationen stehen dank uns und unseren Förderern vielleicht erstmals auf einer Bühne. Sie werden mit ihren Biografien gesellschaftlich wahrgenommen. Wie verhält sich die kulturästhetische Qualität dabei zum sozialen Engagement? Diese Frage wird uns auch nächstes Jahr beschäftigen.
Im Herbst zeigten u.a. das 2. Fest der Religionen, „BIRDS“ auf dem Wiener Platz und „KNOCK OUT“ in der Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf: So unterschiedlich können sich Veranstaltungsorte und -inhalte mit Freiheit und unserem Jahresthema Natur befassen!
2021 war also ein abwechslungsreiches Festival. Oft boten wir Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache für gehörlose Menschen und Audiodeskription für Menschen mit Seheinschränkung an. Die Corona-Schutzmaßnahmen ermutigten Künstler:innen und Publikum zu Kultur an neuen orten und in neuen Formaten, Online und offline, deshalb hybrid.
Neue Zuschauer:innen mit geringen Kulturerfahrungen und Englischkenntnissen brauchen Informationen in verständlichem Deutsch: Was erlebe ich bei der Veranstaltung? Warum lohnt es sich für mich, wenn ich nicht viel von Kultur verstehe? Ich hoffe, meine Beiträge konnten einige Antworten auf diese Fragen geben.
Mein persönlicher Wunsch ist, dass wir ein inklusiveres und diverseres Publikum für Kultur jenseits einfacher Erzählstränge begeistern. Es braucht Klarheit, warum sich der organisatorische Aufwand und die recht günstigen Eintrittspreise lohnen!