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Arnes Durchblick #6 vom 11.5.2021: Verwurzelt in Würde?

Ich bin weiß, deutsch-niederländischer Abstammung, erlebe bestenfalls Diskriminierung, weil deutsche Nazis sein könnten und die niederländischen Erfinder des Sauerkrauts verkannt werden.

Ich fühle mich wie beim Schulprojekt 1×1 der Hautfarben. Freut mich: Mich betrifft’s ja nicht. Ich benutze keine A-bis-Z-Erniedrigungswörter, und wenn jemand mit mir fließend Deutsch spricht, staune ich nicht über die dunkle Hautfarbe, außer jemand spricht sie an. Auch als Blinder übertrumpfen sich meine Neugier und Taktlosigkeit, Umgekehrt könnte ich eine Hitliste der krassesten Homophobie lachend und weinend aufstellen.

Natürlich, das Bewerbungsgespräch, bei dem der kompetente Bewerber auf seine Kurdisch- Und Türkischkenntnisse reduziert wird. Haben gesetzliche Diskriminierungsverbote denn nichts gebessert?

Übergangslos folgen Rezitationen im Stile des 19. Jahrhunderts zur Sinnsuche, durchbrechen den Wechsel von Gesprächen und Ausdruckstanz.

In letzter Sekunde der Aufruf, die Heimat mit Selbstverständnis der eignen Roots, biografischen Wurzeln in Deutschland mitzugestalten. Ich wünschte mir mehr Beispiele, wie das geht, wenn man vom Kämpfen müde ist, mehr Bewusstsein dafür, dass kein:e Diskriminierte:r frei ist von Vorurteilen.