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#EinfachHin 12: Das Riesenaquarium

„Stelle dir einfach ein übergroßes Aquarium oder Schwimmbad vor. Darin allerlei Gegenstände und Künstler:innen. Die meisten tanzen vor sich hin. Aber ab und zu gibt es gemeinsame Bewegungs-Abläufe. Sie wechseln immer wieder ihre Kostüme, ihre Positionen im Raum, in Aquarien, an einem Holztisch mit Tagebuch und so weiter.“ Diese WhatsApp-Nachricht schickte ich nach anderthalb Stunden im MAKK meinem Partner.
Und so ging‘s weiter. Plötzlich schnappt sich der Mann im goldenen Kleid ein paar Klompen und rennt damit durch den Raum. Das sind niederländische Holzschuhe.
Zu Hause denke ich: Könnte mein sportlicher Vater ebenfalls barfuß damit rennen? Er ist seit meiner Geburt vor knapp 40 Jahren in Deutschland: Vielleicht ist er ein „Power Migrant”, ein leistungsfähiger Einwanderer.
„POWER MIGRANT“ projizierte der Tänzer im Kleid an eine Holzwand. Da wusste ich nicht, was das soll. Davor stand da „FUCKING GENDER“ (verficktes Geschlecht) und „Icecream“ (Eiscreme), Für Gesellschaftskritik war damit bestens gesorgt. 
BIOTOPE“ heißt wörtlich Lebens-Raum. Die lebendige Ausstellung des niederländischen Künstler:innen-Kollektivs n United Cowboys (Vereinte Cowboys) mit Sommerblut.
Die Live-Musik ist unaufdringlich rhythmisch zwischen Ambient, Hiphop und R&B. Nicht selten in zeitgenössischen Tanz-Produktionen. Dazu Bläser-, Gesangs- und Gitarreneinlagen. Der Nachhall des Raumes lässt unsanften Geräusche verschwimmen.
Ich bin beeindruckt: Neun Künstler:innen sind vier Stunden lang in Bewegung. Die Bewegungen sind meistens langsam, erinnern an Tiere.

Ein schönes, scheinbar unendliches lebendiges Immer-Bewegen, ein Perpetuum Mobile!

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