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#EinfachHin 13: Einfach zeitgemäßes Theater

Die Theater-Aufführung „Alles aber anders“ vereinte alles, was ich von inklusiver zeitgemäßer Kultur erwarte.

Das Vorprogramm „Alles aber inklusiv“ bot einerseits für blinde und sehbehinderte Menschen eine Tastführung auf der Bühne. Andererseits konnten Besucher:innen ohne Beeinträchtigung Herausforderungen bei Schwerhörigkeit, Gebärdensprache und Leichter Sprache kennenlernen. Diese Angebote sind auch heute nicht selbstverständlich. Man muss das Geld dafür bei Behörden oder Stiftungen beantragen. Außerdem durften wir etwas früher in den Zuschauer-Raum gehen. So waren alle technischen Fragen vor Beginn der Aufführung geklärt.

Die Aufführung bestand aus einem Blumenstrauß an lustigen und nachdenklichen Geschichten mit einigen Liedern der ganzen Gruppe. Mehr als 12 Darsteller:innen zeigten uns unterschiedliche Geschichten: Die Sterbebegleitung eines früheren SS-Mannes, über der Umgang mit der Corona-Impfung oder das Gespräch über ungewisse Zukunft beim Schreiben der Master-Arbeit.

Es gab immer Verbindungen zwischen den Geschichten, so konnten wir folgen. „ENTLOVE YOU!“ hatte einen ähnlichen Ablauf, doch gab es wenig Verbindung zwischen der Vielfalt. Trotzdem wurde „Alles aber anders“ nicht langatmig oder plakativ pädagogisch. Sondern kurzweilig und nachdenklich. Und vielleicht liegt es an der Pandemie, dass ich das sehr wichtig fand: Für eine Minute berührten alle Schauspieler:innen und das Publikum einander.

Einmal mehr lernte ich: So schwer ist es also nicht, zeitgenössische Kultur mit Anspruch zugänglich und unterhaltsam zu machen. Wer sein Publikum würdevoll mitnimmt, der kann es auch für die schweren Dinge begeistern.