FUTURE X – Entwerft 7 Paragraphen zu einem generationellen Miteinander – Katharina Simbrunner, Finn Cam , Yale Sevis

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Generationenvertrag 2020 / 1.0 

Katharina, Yale, Finn 

Präambel 

  1. Dieser Vertrag ist mit der Intention verfasst, ein friedvolles, zukunftstaugliches und glückliches 

Miteinander für diese und alle künftigen Generationen auf der Erde zu regeln und sicherzustellen 

  1. Ziel dieses Vertrages ist es u.a. ein klares Zeichen an potentielle Erdenbewohner- und 

besucher*innen zu senden, welche Werte auf der Erde gelten und welchen Regeln man sich hier 

verpflichtet, wonach 

  1. mit Inkrafttreten dieses Generationenvertrages nur noch das Zutritt zur Erde hat, welches mit 

den Werten und Zielen des Vertrages grundsätzlich übereinstimmt und sich diesen verpflichtet. 

Alles, was sich nicht in grundsätzlicher Übereinkunft mit dem Generationenvertrag befindet, wird 

mit Inkrafttreten des Vertrages kein Interesse mehr an einem Leben auf oder einem Aufenthalt in 

nächster Nähe zur Erde verspüren. Alles, was auf der Erde sein und wirken möchte, verpflichtet 

sich dem Generationenvertrag. 

  1. Wir erkennen unsere eigene Fehlbarkeit an und sind selbst dem Gesetz der Lernpflicht 

verschrieben. Daher behalten wir uns eine stetige Anpassung, Erweiterung, Erneuerung des 

Vertrages, basierend auf gemachten Erfahrungen und in Übereinstimmung mit den 

unverhandelbaren Punkten 1. – 3., vor. 

  1. Jegliche Anpassungen des Generationenvertrages werden dabei auf Ko-kreation basieren und 

durch kollektive Denk- und Arbeitsprozesse geschehen. Dabei beziehen wir uns auf das universale 

Prinzip des Together We Are Better, sowie der Schwarmintelligenz, wonach der Vertrag niemals im 

Alleingang verändert werden kann und darf. 

  1. Grundlegende Verpflichtungen 

Art. 1.1 Gesetz der Lernpflicht 

Jede*r Erdenbewohner*in verpflichtet sich dem stetigen Lernen, der Erweiterung des eigenen 

Horizontes und dem Gesetz der angewandten Information. 

Dies bedeutet, dass Handlungen, die der Erde, dieser sowie künftigen Generationen schaden 

solange verzeihlich sind, wie der Erdenbwohnerin/dem Erdenbewohner kein besseres Wissen zur 

Verfügung stand. Sobald dies jedoch der Fall ist, muss dieses Wissen angewandt werden und zum 

Maßstab neuer Handlungen werden. 

Alles andere – schadhafte Handlungen wider besseren Wissens bei Verfügbarkeit der nötigen 

Ressourcen und Möglichkeiten um dieses Wissen auch anzuwenden – fallen unter den 

Anklagepunkt der Banalität des Bösen (simples ignorieren des besseren Wissens, Stumpfheit 

gegenüber neuen Informationen und fehlende Vorstellungskraft, welche Konsequenzen das 

eigene, gedankenlose Handeln hat) und werden mit hohen karmischen Lernaufgaben verbunden 

sein. 

Ferner verpflichtet sich eine jede Erdenbewohnerin/ein jeder Erdenbewohner sein/ihr Wissen 

stetig zu erweitern und dieses konstruktiv zum persönlichen, kollektiven und planetaren 

Wohlstand einzusetzen. 

Um das stetige Lernen zu erleichtern wird zudem das Konzept des Erwachsen-seins abgeschafft. 

Wir sind der Überzeugung, dass dieses Konzept nicht nur veraltet, sondern auch einschränkend ist 

und in der Vergangenheit viele Erdenbewohner*innen davon abgehalten hat, sich bedingungslos 

einem lebenslangem Lernprozess verschreiben zu können. Dabei beziehen wir uns u.a. auf den 

Neurobiologen Gerald Hüther mit seiner Erkenntnis, dass Kinder nur deshalb so schnell lernen, da 

sie bedingungslos begeisterungsfähig sind. Diese Fähigkeit steht dem Konzept oder der Idee des 

Erwachsen-seins, des “fertig-seins” grundsätzlich entgegen, weshalb wir das limitierende und 

starre Konzept des Erwachsenseins von heute an für nichtig erklären und gegen das der 

universalen Begeisterungsfähigkeit ersetzen. 

Kompetenzen wie Verantwortung, Entscheidungen im Sinne des Common Sense, Weisheit und 

Weitsicht bleiben davon unberührt und haben weiterhin Bestand. 

Art. 1.2 Verpflichtung gegenüber dem Authentischen Selbst 

Mit Aufenthalt auf der Erde verpflichtet sich jede*r seine persönlichen und einzigartigen 

Fähigkeiten, Talente, Gedanken und Ideen zu erforschen, zu kultivieren und zum (1.) persönlichen 

Wachstum, (2.) zur Erweiterung des kollektiven Wissens und (3.) zum Wohle des Planeten 

einzubringen. Besagte Fähigkeiten müssen sich dabei nicht auf ein Gebiet beschränken. 

Das Einbringen der eigenen Farbe, des verweben des eigenen Fadens in das 

gesamtgesellschaftliche Netz ist dabei absolut notwendig. Es stellt einen Ton im planetaren 

Orchester dar, den sonst niemand spielen kann. Diesen Ton zu spielen ist die Verpflichtung 

gegenüber dem Authentischen Selbst. 

Diese Verpflichtung hat selbst dann bestand wenn sie (a.) zum derzeitigen Zeitpunkt unbequem 

ist, (b.) sie der allgemein zur “Norm” erklärten Lebensweise widerspricht, (c.) man sich damit das 

Leben “unnötig” erschwert oder (d.) sie schlecht bezahlt wird. 

Dabei darf das Individuum darauf vertrauen, dass, solange es in Übereinstimmung mit dem 

Authentischen Selbst handelt, immer genug Ressourcen zur Verfügung stehen werden, oder 

vereinfacht: solange das Individuum tut, wozu es sich berufen fühlt, wird es andere geben, die 

diese Arbeit bezahlen werden. Dabei möchten wir Anmerken, dass das Konzept Geld, wie wir es 

kennen, ebenfalls im Begriff ist sich aufzulösen und gegen ein sinnvolleres Konzept ausgetauscht 

wird. Für die Zeit dieses Übergangs gelten die Regelungen zum Geld die in Art. 2.1 Verhinderung 

von Armut und Sicherung des Bedingungslosen Wohlstandes für Alle genannt werden. 

Die Missachtung des Authentischen Selbst wird dabei unweigerlich in eine persönliche Sinn- und 

Lebenskrise führen, euch auch bisher z.B. als Mid-Life-Crisis bekannt. Diese ist speziell dazu 

konzipiert, den/die Erdenbewohner*in wieder an seine/ihre eigentlichen Talente, Interessen (kurz 

Berufung) zu erinnern und sie/ihn zu motivieren, trotz etwaiger äußeren Umstände, diese zu 

verfolgen. 

  1. Konkrete Maßnahmen zur sofortigen Umsetzung 

Die folgenden Punkte stellen konkrete Maßnahmen und sofort umzusetzende Regelungen dar, um 

das Leben auf der Erde – in Anbetracht der persönlichen, politischen und planetaren Lage – 

maßgeblich zu verbessern und gelten in besonderem Maße für wohlhabendere Industrienationen 

(globaler Norden). 

Art. 2.1 Verhinderung von Armut und Sicherung des Bedingungslosen Wohlstandes für Alle 

(2.1.1) Niemand darf seinen bzw. ihren eigenen Wohlstand auf Kosten Anderer verbessern. Dadurch soll eine Monopolbildung verhindert werden. Dabei gilt ferner: Wohlstand kann (a.) nur gemeinsam erreicht werden und (b.) nur erhalten bleiben, solange er gerecht in der Hand von allen ist. 

(2.1.2) Jeder sich selbst versorgende Mensch bekommt ein Grundeinkommen in Höhe von 1500 Euro, welches die eigene Versorgung ermöglicht. Abhängig von physischen und psychischen Zuständen kann eine erhöhte Summe beantragt werden. Die Höhe dieser Summe liegt im eigenen Ermessen und wird nicht näher hinterfragt. Personen mit Kindern bekommen pro Kind 1000 Euro mehr. Zusätzliche Einkommensquellen werden nicht mit diesem Einkommen verrechnet. Sollte das Geld unerwarteterweise oder aufgrund unvorhersehbarer Geschehnisse nicht ausreichend sein, darf jederzeit neues Geld angefordert werden. Sofern eine verständliche und nachvollziehbare Begründung erfolgt ist muss der Antrag angenommen und die beantragte Summe zeitnah ausgezahlt werden. 

(2.1.3) Durch zusätzliche Arbeit erbrachte Einkommen sollen aneinander angeglichen werden. Dadurch sollen Ungerechtigkeiten der Lohnhöhe innerhalb unterschiedlicher Berufszweige verhindert werden. 

(2.1.4) Geld ist nicht das Ziel, sprich der Besitz bzw. die Anhäufung des Geldes an sich, sondern Mittel zum Zweck, sprich, notwendige und bereichernde Dinge mit diesem Geld möglich machen zu können. Um sicherzustellen, dass niemand einen unnötigen Reichtum ansammelt gilt das Gesetz des Geldflusses. Demnach muss Geld in Bewegung bleiben und jedes Individuum ist verpflichtet ab einer noch zu verhandelnden Obergrenze für persönliche Geldvorräte dieses Geld wieder in die Gemeinschaft zu investieren, sprich, auszugeben. 

Art. 2.2 Verbesserung, Erhaltung und Regeneration der Umwelt 

(2.2.1) Alle Menschen sind dazu verpflichtet ihren eigenen ökologischen Fußabdruck durchschnittlich unter 1,0 gha zu halten. 

(2.2.2) Der ökologische Fußabdruck muss, wie die Steuererklärung, am Ende des Jahres mithilfe eines Programms errechnet werden und zusammen mit den entsprechenden Nachweisen abgegeben werden. 

Art. 2.2.3 Sonderregelungen für Bäume 

(2.2.3.1.) Bäume dürfen nicht mehr gefällt werden. Sollte dies doch aufgrund besonderer Situationen nötig sein (z.B. Erkrankung eines Baumes, Gefährdung von Lebewesen durch Erdrutsche etc.) müssen für jeden gefällten Baum zwei neue an sicherer Stelle gepflanzt werden. 

(2.2.3.2) Häuser und Straßen müssen um bereits bestehende Bäume gebaut werden. Sie müssen in die Stadt-/ Straßenlandschaft integriert werden. In Zusammenarbeit mit den Architekten Kunz & Lowe wurde ein Konzept entwickelt, das belegt, dass dies in jedem Gebiet möglich ist. (2.2.3.3) Ein Umpflanzen von Bäumen ist nur bedingt möglich, und nur unter folgenden Umständen erlaubt: 

  1. die Aktion muss vom Bundesministerium / Landschaftsminister*in offiziell und schriftlich genehmigt werden, 1.1 Lobbyist*innen der Holz- und Landwirtschaftsindustrie sind dabei dem Bundesministerium zu verweisen und werden durch Fürsprecher*innen der globalen Baumgemeinschaft ersetzt. 1.2 Der Landschaftsminister/die Landschaftsministerin darf keine früheren Verbindungen zur Holz- und Landwirtschaftsindustrie haben (Verbot des Drehtürmodells). Ist dies sichergestellt muss die Aktion 2. von einer eigenen Baumumpflanzung-Firma durchgeführt werden 3. darf die Aktion keine bleibenden Schäden am Baum selbst hinterlassen 4. müssen die Akteur*innen garantieren, dass sie weiterhin für das Wohl der Pflanzen sorgen. 5. müssen die Akteur*innen nach gelungener Umpflanzung die volle Verantwortung über das Wohl und die Zukunft des Baumes / der Bäume übernehmen. 

(2.2.3.4) Aktion “Jedem Kind ein Baum” 

(2.2.3.4.1) Für jedes auf die Welt gebrachte Kind wird ein Baum gepflanzt. 

(2.2.3.4.2) Erziehungsberechtigte sind mit der Geburt verpflichtet einen Wurzelballen beim Umwelt-Amt abzuholen und selbständig an die dafür vorgesehene Stelle zu pflanzen. 

(2.2.3.4.3) Pro Stadt wird dieser Prozess jährlich überprüft. 

Art. 2.2.4 No waste-Politik 

(2.2.4.1) Plastik muss vollständig verwertet werden. Zunächst wird das bereits vorhandene Plastik zu Kleidung, Bau- und Verpackungsmaterial, für Geräte und in der Forschung eingesetzt. Erst wenn dieses vollständig im Umlauf ist, kann neues Plastik hergestellt werden. 

(2.2.4.2) Papier und Holz müssen vollständig verwertet werden. Papier und insbesondere Holz dürfen nur in dem Ausmaß zur Verfügung gestellt werden, wie der/die Verbraucher*in nachweislich benötigt. Für die vollständige Verwertung ist jeder Verbraucher selbst zuständig und muss dies genauestens dokumentieren. 

So dürfen beispielsweise Haushalte mit Holzöfen eine größere Menge Holz als Vorrat besitzen, als andere ohne. Auch die Menge an Holzmöbelstücken ist pro Haushalt auf die nötigste Menge begrenzt. Diese richtet sich u.a. nach Anzahl der im Haushalt lebenden Personen, sowie deren Berufe. 

Die selben Gesetze gelten auch für Papier. Besondere Ausnahmen können Schulen, Universitäten oder andere Ausbildungsstätten beantragen. Hierfür findet sich ein vorgefertigtes Formular auf der Internetseite der jeweiligen Gemeinde. 

Für alle Materialien und Ressourcen gilt: Erst wenn alles / jedes Material verbraucht wurde, dürfen Vorräte angebrochen werden. Generell ist zu beachten, dass Neuverwertung, Tausch und Reparatur vorhandener Möbel u.ä. Ressourcen immer Vorrang vor der Anschaffung und Produktion neuer Möbel, Kleidung etc. hat. Systeme die dies erleichtern werden gefördert. 

(2.2.4.3) Lebensmittel müssen vollständig verwertet werden. 

Lebensmittel müssen, soweit es geht, zu Essen verwertet und anschließend der Landwirtschaft oder Firmen, die ökologische Reste benötigen, zugeführt werden. Alle Restaurants und Haushalte müssen nach dieser Regel handeln. Daher fördert die Regierung auch eine Komposttonne pro Haushalt und unterstützt die Menschen bei der Kontaktaufnahme zu größeren Bedarfsstellen. 

(2.2.4.4) Lebensmittel müssen gerecht verteilt werden. Die Erde produziert genug Nahrungsmittel und Ressourcen für alle. Studien belegen: das, was der globale Norden jährlich wegwirft würde ausreichen um jeden hungernden Menschen auf der Erde mit ausreichend Nahrung zu versorgen – drei mal. Daher gilt es, diesen eigentlichen Überschuss an Nahrung, den die Erde produziert, gerecht zu verteilen. Hierfür wird die Entwicklung neuer Verteilungssysteme bedingungslos und geldunabhängig gefördert, sodass die Versorgung aller mit ausreichend Nahrung in kurzer Zeit sichergestellt ist. 

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