Tabu
Sommerblut Kulturfestival 2014
Eröffnung Sommerblut - Festival der Multipolarkultur
„Tabu“ steht im Mittelpunkt des 13. Sommerblut Kulturfestivals vom 2. bis 18. Mai 2014. Theater, Tanz, Musik, Kunst, Film und Literatur hinterfragen gesellschaftliche Grenzen. Die Eröffnung im Gloria Theater verbindet internationale Projekte mit inklusiven Performances.
Kriminalbiologie
Mark Benecke macht aus einem Tabuthema Wissenschaft: Der Kriminalbiologe erklärt anschaulich, wie Käfer, Fliegenlarven und Maden bei der Spurensicherung helfen. Verwesung wird zum faszinierenden Forschungsfeld – unterhaltsam, sachlich und ohne Berührungsängste.
Bis dass der Tanz uns scheidet
Adam und Ela lieben sich, doch ihre Gegensätze sorgen ständig für Konflikte. In sieben Szenen und acht Tänzen erzählt die Love-Comedy von einer leidenschaftlichen, chaotischen Beziehung. Comedy, Schauspiel, Gesang und Tanz werden erstmals in Deutschland vollständig übertitelt.
Nahverkehr
„Nahverkehr“ bringt zwei gesellschaftliche Tabus auf die Bühne: Sexualität und Behinderung. Menschen mit Behinderung erzählen von Wünschen, Erfahrungen und sexueller Selbstbestimmung. Barbara Wachendorfs Theaterprojekt hinterfragt Vorurteile und schafft Raum für eine offene Diskussion.
Nahaufnahme
Körperbild, Sexualität und gesellschaftliche Tabus stehen im Mittelpunkt von „Nahaufnahmen“. Die multimediale Ausstellung verbindet Kunst, Buch, Audiostück und Lesung. Menschen mit Behinderung erzählen von Körpererleben, Wünschen und Vorurteilen – persönlich und unverstellt.
The Making of Sexistenz
Wie prägen Konflikte, Interessen und kulturelle Vorgaben unsere Wahrnehmung? Dr. Siegfried Saerberg verbindet Kunst und Wissenschaft und berichtet aus dem Kulturprojekt „Sexistenz“. Dabei geht es um neue Sichtweisen und einen offenen Zugang zu Kultur.
Mein Leben als Tod
Mit schwarzer Kutte und schwarzem Humor widmet sich der Sensenmann den Absurditäten des Lebens und Sterbens. Zwischen Rentnerschwemme, düsterem Tagebuch und schaurigen Mallorca-Songs verbindet der mehrfach ausgezeichnete Comedian morbide Themen mit viel Witz.
Weggegangen - Platzvergangen?
Ein Picknick über das Leben und den Tod: In der Orangerie im Volksgarten geht es um Abschied, Erinnerungen und die Spuren, die wir hinterlassen. Susanne Schietzel-Mittelstraß begleitet das Gespräch musikalisch auf Knochenflöten. Alle sind willkommen.
Gewalt gegen Frauen und die Defragmentierung des Ich
Gewalterfahrungen machen Frauen nicht länger zu Opfern: Die Performance zeigt Wege zur Selbstermächtigung und Neugestaltung des weiblichen Ichs. Fotoprojektionen, Texte und improvisierte Cellomusik von Malin G. Kundi, Gesa Biffio und Natascha Würzbach verbinden sich zu einem multimedialen Dialog.
Urbane Tanzlandschaft
Wie wird ein Stadtviertel zur Bühne? „UrBANe Tanzlandschaft Köln“ bringt Kinder und Jugendliche mit Tanz-, Kunst- und Musikschaffenden zusammen. Gemeinsam entstehen Performances für den öffentlichen Raum, die in einem Parcours auf dem Gelände der Bildungslandschaft Altstadt Nord gezeigt werden.
Wir sind Menschen
Musik, Street Art, Theater und Performance verbinden sich beim Kulturfinale zu einem Fest der Vielfalt. „Wir sind Menschen“ bringt Künstler mit und ohne Behinderung sowie unterschiedlicher kultureller Herkunft zusammen und lädt dazu ein, persönliche Tabus und gesellschaftliche Grenzen zu hinterfragen.
Taburopa - ein internationales Theaterprojekt
Vier europäische Länder, vier Perspektiven auf Tabus: „Taburopa“ verbindet Theater, Tanz und Performance zu einer dreistündigen Theaterreise durch Köln. 20 Künstler aus Belgien, Polen, Portugal und Deutschland hinterfragen gesellschaftliche Normen und Tabubrüche.
Justicia Negada
In Ciudad Juárez kämpfen drei Frauen und die Mütter verschwundener Frauen um Gerechtigkeit. „Justicia Negada“ thematisiert Feminizide, staatliches Versagen und Gewalt gegen Frauen. Perla de la Rosa gibt den Betroffenen eine Stimme und bricht das gesellschaftliche Schweigen.
Sprechende Hunde
Sieben Menschen treffen in einer Talkshow auf eine provokante Moderatorin, die ihre Lebenslügen und Geheimnisse offenlegt. Zwischen Intimsphäre und Öffentlichkeit verschwimmen die Grenzen – ebenso wie zwischen Gut und Böse. Ein schonungsloser Blick auf menschliche Abgründe.
Grenzverträumend
Zwischen Routine und Aufbruch: Das Masken-, Figuren- und Objekttheater entführt in magische Bilderwelten voller Träume, Visionen und Utopien. Geschichten über Veränderung, Grenzüberschreitungen und neue Möglichkeiten entstehen mit Masken, Figuren und Objekten.
Eier! Wir brauchen Eirer!
Fußball als Machowelt: PortFolio Inc. hinterfragt Geschlechterrollen, Sexualität und Homophobie im Sport. Dokumentarische Texte, Fangesänge und rhythmische Sportgymnastik verbinden sich zu einer provokanten Collage über Männer, Frauen und gesellschaftliche Tabus.
Dschingis Khan
Drei Menschen mit Down-Syndrom werden als vermeintlich „exotische“ Mongol inszeniert. Die Performance konfrontiert stereotype Vorstellungen von Fremdheit und Behinderung und zeigt, wie Klischees durch Inszenierung, Beleuchtung und Sound entstehen und verstärkt werden.
Birdsong
Die menschliche Stimme wird zum Ausgangspunkt einer Reise durch die Geschichte: „Birdsong“ verbindet Gesang, Klavier, Bewegung, Text und Videoprojektionen. Walli Höfinger und Christiane Hommelsheim erforschen die Entwicklung des stimmlichen Ausdrucks – vom ursprünglichen Laut bis zum kunstvollen Gesang.
Der Knochenmann
Beim größten Brathähnchenbetrieb Österreichs stößt Privatdetektiv Brenner auf menschliche Knochen und gerät in einen skurrilen Kriminalfall. Ein Schauspieler verkörpert zehn Figuren und verbindet Spannung mit schwarzem Humor – frei nach Wolf Haas und seit zehn Jahren erfolgreich.
Alice im Wunderland
Eine gebärdende Version von „Alice im Wunderland“: Die gehörlose Alice folgt einem Hasen ins fantastische Wunderland und erlebt eine Reise voller Abenteuer und Geheimnisse. Gehörlose und hörende Schauspieler verbinden Gebärdensprache, Lautsprache und Musik.
Räuber in the Box
Schillers „Räuber“ trifft auf Popkultur: Bridge Markland verwandelt das Drama in eine temporeiche Ein-Frau-und-Puppen-Show. Schillers Sprache trifft auf über 150 Songs, Filmmusiken und Zitate – von Wagner bis Lady Gaga. Klassik und Pop verschmelzen.
Schattenriss
Mareikes Weg in die Magersucht bildet den Ausgangspunkt für „schattenriss“. Drei Tänzerinnen und zwei Musiker erkunden die Ängste, Sehnsüchte und Konflikte Jugendlicher, die über ihr Essverhalten nach Kontrolle und Autonomie suchen. Ein Stück über Hunger nach Leben.
Hat jemand Adam gesehen?
Nach dem Biss in den Apfel ist Eva aus dem Paradies verbannt und beginnt auf einem Biobauernhof die Suche nach sich selbst. Johanna Holembowski erzählt mit Musik von Weiblichkeit, Sexualität, Freiheit und der Frage: Wer ist Eva ohne Tabus?
Tanz-/-Flexion
Was geschieht mit Menschen, wenn vertraute Strukturen zerbrechen? „Tranz/flexion“ macht persönliche Umbrüche körperlich erfahrbar. 17 Tänzer*innen aus verschiedenen Weltregionen verbinden Tanz, Sound und Video zu einer begehbaren Installation.
Umbruch-Trilogie
Seit 2011 untersucht Gerda König mit drei internationalen Produktionen persönliche Folgen von Umbrüchen. Sri Lanka, Venezuela und Israel zeigen unterschiedliche Erfahrungen mit Krieg, Gewalt, Bedrohung und zerbrechenden Strukturen.
Double Bill
Zeitgenössischer Tanz trifft Inklusion: Die Candoco Dance Company verbindet behinderte und nichtbehinderte Künstler. Zwei Werke – „Set and Reset/Reset“ und „Tosca’s Kiss“ – erkunden Freiheit, Grenzen, Improvisation und Erinnerungen.
Habibi Problem
„Habibi problem“ erzählt die wahre Geschichte zweier homosexueller iranischer Teenager, die um Liebe und Freiheit kämpfen. Tanz, Performance, Comic, Video und Bühne thematisieren gesellschaftliche Tabus, Diskriminierung und die Todesstrafe.
The Boy who cries Wolf
Zwei Männer begeben sich in „The boy who cries wolf“ auf eine psychedelische Reise durch fantastische Landschaften. Akrobatik, Tanz und Bildsprache verbinden Komik und Tragik, während Begegnungen mit Kreaturen und dem eigenen Selbst im Mittelpunkt stehen.
Sexy Revolution & The Politics
Frech, provokant und musikalisch: Serdar verbindet schmutzigen Humor, gesellschaftspolitische Kritik und funkige Musik zu einem hemmungslosen Abend. Zwischen Lust, Leidenschaft und Revolution nimmt er kein Blatt vor den Mund und bricht bewusst Tabus.
Behind the Doors
Tradition trifft Klassik: Das kurdische Frauenensemble Trio Mara verbindet alte Lieder mit neuen Klangwelten und verschiedenen mittelöstlichen Sprachen. Die Filmpremiere „MARA – VON UNS“ begleitet drei Künstlerinnen auf ihrer musikalischen Reise über kulturelle Grenzen hinweg.
Gypsy Soul 2014
„Gypsy Soul“ vereint Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund und professionelle Musiker zu einem energiegeladenen Musikprojekt. Gesang, Tanz und internationale Zigeunermusik zeigen, wie Kunst Grenzen überwindet. Anschließend lädt die „Gypsy Disco“ zum Feiern ein.
Tabu - Grenzenlos & Horizonterweiternd
Berlin in den wilden 1920ern: Kabarett, Varieté und Musik feiern Freiheit, Emanzipation und gesellschaftliche Grenzüberschreitungen. Aglaja Camphausen und Sebastian Rodriguez nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch eine dekadente, frivole Epoche voller Tabubrüche.
Der Seemann und der Prinz
Georgette Dee widmet sich in ihrem neuen Liederabend den großen Sehnsüchten: nach Ferne, Nähe, Geborgenheit und Erfüllung. Gemeinsam mit Terry Truck am Flügel verbindet sie Märchenmotive, Geschichten und Lieder zu einer Reise zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Die Zigeuner Kommen!
Zwischen Tradition und Moderne entwickelt das Markus Reinhardt Ensemble einen eigenständigen Stil aus Django Reinhardts Musik und osteuropäischer Roma-Musik. Virtuos, selbstbewusst und mit feinem Humor setzt das Ensemble musikalische Zeichen gegen Rassismus.
Jeder Mensch kann König sein
Ein Abend erinnert an den iranischen Musiker Maruss Arij, der vor politischer Verfolgung nach Deutschland floh. Weltmusik, Theater und Film verbinden seine Geschichte mit Themen wie Flucht, Trauma, Freiheit und dem Überwinden von Grenzen.
Rabenmütter
Zum Muttertag hinterfragen Karin Punitzer und Maria Kraft das Idealbild der perfekten Mutter. Ausgehend vom Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ beleuchten sie Tabus, gesellschaftliche Erwartungen und das sich wandelnde Mutterbild.
Der vergewaltigte Mann
Ein Blick hinter die Türen türkischer Männercafés: Ulla Hahns „Ein Mann im Haus“ thematisiert häusliche Gewalt gegen Männer. Ingeborg Semmelroth liest aus dem bitterbösen, komischen Roman, anschließend folgt ein Gespräch mit Dr. Fikret Zengin.
Lernt erstmal deutsch!
Alparslan Marx alias „Der Integrator“ hinterfragt humorvoll und provokant die türkische Migration und das Zusammenleben in Deutschland. Sein Buch „Lernt erst mal Deutsch!“ verbindet Kabarett, Satire und gesellschaftliche Analyse und stellt unbequeme Fragen zur Integration.
"Wälsungenblut" & "Zugspitze"
Thomas Manns „Wälsungenblut“ trifft auf Ulla Hahns „Zugspitze“: Zwei literarische Werke erzählen von Leidenschaft, Nähe, Entfremdung und tragischem Glück. Eine Lesung mit musikalischer Begleitung des Ensembles Multicolore verbindet Literatur und Musik.
Andere Landschaften
„Andere Landschaften“ eröffnet das Kunsthaus KAT18 nach dreijährigem Umbau. Die Gruppenausstellung erkundet neue Sichtweisen auf Welt, Nachbarschaft und Umgebung. Gert und Uwe Tobias verbinden dabei Einflüsse aus Kubismus, Konstruktivismus, Art Brut, Folklore und Comic.
Kunst & Tabu
Was eine Gesellschaft als Tabu betrachtet, verändert sich mit Zeit, Ort und Kontext. Die Ausstellung zeigt Werke vom Mittelalter bis zur Gegenwart und stellt historische und moderne Positionen überraschend gegenüber – von Todsünden bis zu provokanter zeitgenössischer Kunst.
Between the Lines - Indiens drittes Geschlecht
Regie: Thomas Wartmann
Deutschland/Indien 2005, 94 Min.
Der Film dokumentiert die Bemühungen der Fotografin Anita Khemka, dem Leben der Hijras, den Angehörigen des „Dritten Geschlechts“ Indiens, näher zu kommen. Sie leben dort als Außenseiter am Rande der Gesellschaft ein Dasein voller Widersprüche: Hijras sind unfruchtbar, trotzdem haben sie in den Augen vieler Inder die Gabe, Fruchtbarkeit zu spenden. Und obwohl sie oftmals kastriert sind, ist die Erotik in ihren Leben omnipräsent. „Between the Lines“ begleitet drei dieser besonderen Menschen.
Freak Orlando
Regie: Ulrike Ottinger, Deutschland 1981, 126 Min.
Wie sollte diese Reise Orlandos je beendet sein, da doch der Wahnsinn noch unter uns ist und die Apokalypse als Entertainment noch nicht an Attraktivität verloren hat!?
„Freak Orlando“ erzählt eine Irrtümer, Inkompetenz, Machthunger, Angst, Wahnsinn, Grausamkeit und Alltag umfassende „Histoire du Monde“ am Beispiel der Freaks als kleines Welttheater in fünf Episoden.
Die unheimlichen Frauen
Regie: Birgit Hein, Deutschland 1991, 63 Min.
Seit Anbeginn der Geschichte sind Frauen auch Täterinnen. Sie sind so mutig und tapfer wie die Männer, sie können genauso grausam und verbrecherisch sein und natürlich auch so geil. Dennoch existiert bis heute das Idealbild von Weiblichkeit, „aggressionslos – friedfertig – asexuell“, mit dem die Frauen über Jahrhunderte unterdrückt wurden.
Der Film zeigt Soldatinnen, Partisaninnen, Aufseherinnen, Verbrecherinnen und gebärende, betrunkene, onanierende, starke Frauen, aber auch die beschnittenen, operierten und zerstückelten Opfer, die zahlen müssen für die Angst, die Frauen bei Männern auslösen.
We Need to Talk about Kevin
Regie: Lynne Ramsay, UK 2011, 110 Min.
Die ehemalige Reisejournalistin Eva (Tilda Swinton) trägt eine schwere Last. Hat sie ein Monster erzogen? Ihr Sohn Kevin zeigte bereits als Baby eine eigenwillige Distanz, wird immer feindseliger. Der Vater sieht an seinem Sohn nichts Ungewöhnliches, doch Eva ist besorgt über die mangelnde Empathie und seine wachsende Lust an Zerstörung. Regisseurin Lynne Ramsay enthüllt erst nach und nach das Familiendrama, spannend und bewegend. Das einst glückliche Paar schlittert in eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes...
Captain Berlin vs. Hitler
Regie: Thilo Gosejohann (über das Theater-Stück von Jörg Butt), Deutschland 2009, 75 Min.
Das Hirn Adolf Hitlers hat überlebt. Die wahnsinnige Nazidoktorin Ilse von Blitzen engagiert Dracula, den Herrscher über Leben und Tod, höchstpersönlich. Er soll mit seinem Biss teutonischese Mnschenmaterial wiederbeleben: ein Körper für den Führer... Als Lohn ist die jungfräuliche Maria auserkoren: die Tochter Captain Berlins. Superheld Captain Berlin sieht sich nun beiden Ungestalten gegenüber. Er will Hitler schon seit den Vierzigerjahren eliminieren und muss zunächst seine Tochter Maria aus den Klauen des Vampirs befreien.
Eine Kooperation mit "Something Weird Cinema"
Tiere Töten
Wie widersprüchlich ist unser Verhältnis zu Tieren? Jan van Ijken hinterfragt in „Facing Animals“ den Umgang mit Nutztieren und Haustieren. Paula Wehmeyer ergänzt den Film mit Lesungen und einem Gespräch über Jagd, Fleischkonsum und Tierethik.
Schwule Nazis
Der Film „Männer, Helden, Schwule Nazis“ beleuchtet homosexuelle Männer in der rechtsextremen Szene und ehemalige Neonazis. Anschließend diskutieren Ina Wolf und Hans-Peter Killguss über den Umgang der Rechten mit Homosexualität und aktuelle Entwicklungen.