Zukunft
Sommerblut Kulturfestival 2020
Eröffnung
Bürgerhaus Stollwerck
Am 8. Mai öffnet Sommerblut - das Festival der Multipolarkultur-seine Pforten. Dieses Jahr dreht sich alles um das Thema »Zukunft«.
Grund genug, die Vielfalt gelebter Inklusion in Ausschnitten unserer Eigenproduktionen und Gastspiele auf die Bühne zu bringen:
Durch Nacht zum Licht, Damengedeck 2.0, Der Mensch von Morgen, Tanzen Inklusiv, Furcht und Normalität in Zeiten der AfD, i-Chor der Rheinischen Musikschule, Ohrenkuss, KimchiBrot Connection, piano plus.
Moderation - der Berliner Rapper und Inklusionsbotschafter Graf Fidi führt mit treibenden Beats und Reimen durch den Abend.
Face the Future
Die Globalisierung der Märkte vereinnahmt bereits die entlegendsten Gegenden, während sich die Prozesse der Digitalisierung immer umfassender auf unseren Alltag auswirken. Wie wird das unsere Umgangsformen, unser Selbstverständnis und die Räume des gesellschaftlichen Austauschs verändern? Den politisch und technologisch getriebenen Wertewandel im Blick, entwickelt Kuschmirz Darstellungsformen für dessen Wirkung auf unsere Kulturtechniken. Seine Überlegungen finden vor allem in Form interaktiver Installationen, Performances, Videos und konzeptioneller Arbeiten künstlerischen Ausdruck. Kuschmirz war künstlerisch und lehrend in Ägypten, China, Italien und Vietnam tätig. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt, u.a. im Centre Pompidou, dem Shanghai Art Museum, der Casa Encendida und dem European Media Art Festival.
Gregor Kuschmirz ist Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg und der Fachhochschule München. Er lebt und arbeitet in Ravensburg.
ZUKUNFTSMUSIK
Vier Musiker*innen und vier sich selbst spielende Instrumente im Zusammenspiel. Eine Herausforderung: Was passiert, wenn Intu-ition, Impulsivität und Emotionalität auf Algorithmen, Deep Learning und programmierte Codes treffen?
Das HUMAN ROBOTIC ENSEMBLE wagt den Versuch eines Dialogs auf Augenhöhe. Es entsteht eine Begegnung, in der die Grenzen zwischen künstlicher Intelligenz und menschlicher Kreativität verschwimmen. In der nicht mehr unterschieden wird, was vom Menschen erfühlt, erdacht, ersonnen oder durch Software analysiert, kalkuliert und errechnet ist. Eine Begegnung, in der das gemeinsame hörbare Ergebnis deutlich mehr ist als die Summe der Einzelteile.
Die Live-Interaktion wirft Fragen auf: Wie kreativ können Roboter sein? Wie schnell »verstehen« und lesen sie die entstehenden musikalischen Situationen? Was kann Kl in der Zukunft für unsere Kreativität bedeuten? Und: Wie klingt eigentlich künstliche Intelligenz?
Im Zusammenspiel von Mensch und Maschine entwickelt sich ein gemeinsames Musikstück voller autonomer Kreativität und gleichzeitig respektvoll, achtsam und mit feinsinniger Tiefe.
A Mile in My Shoes
Wie fühlt es sich an, im falschen Körper geboren zu sein? Eine Flucht miterlebt zu haben? Oder im 80. Lebensjahr die große Liebe zu finden? Wie blickt ein Strafgefangener in die Zukunft? A MILE IN MY SHOES lädt zu einer »Entdeckungsreise« ein, die Welt für einen Moment durch die Augen eines anderen Menschen zu erleben.
Das von der Londoner Künstlerin Clare Patey ins Leben gerufene
›Empathy Museum‹ erforscht seit 2015, wie unsere persönlichen Beziehungen durch Empathie transformiert werden können und was es braucht, sich den globalen Herausforderungen wie wachsender Ungerechtigkeit, Fremdenfeindlichkeit und sozialer Ungleichheit zu stellen. Eine Sammlung von über 250 Schuhen und Geschichten aus Köln und der Welt führt durch die Straßen der Stadt: Ein Sexarbeiter, eine Neurochirurgin, ein Kriegsgefangener erzählen aus ihrem Leben und fordern dazu auf, die Perspektive zu wechseln.
A MILE IN MY SHOES ist ein interaktives Schuhgeschäft, in dem die Besucher*innen in die Schuhe einer anderen Person schlüpfen - im wortwörtlichen Sinne - und während eines Spaziergangs per Kopfhörer der Geschichte der Schuhbesitzer*in lauschen.
We are here to stay!
Odonien
Mit der zunehmenden Verbreitung rechtspopulistischer Weltanschauungen droht unter anderem ein Abrücken von Gender-Equality und modernen Geschlechterrollen. Antifeministische Haltungen kommen in der Mitte der Gesellschaft an und finden sich in öffentlichen und alltäglichen Gesprächen wieder. Das Frauen*-Theaterprojekt WE ARE HERE TO STAY! unter der Leitung von Ana Valeria González will die Verschiebung der Grenzen des Sagbaren fühlbar machen und Strategien für Gegenargumentationen entwickeln.
Das Publikum begibt sich auf dem Gelände von Odonien in ein Labyrinth, bevor es auf die Lebensrealitäten verschiedenster Frauen* trifft: Utopische, fiktive und (noch) reale. Denn die Rechtspopulist*innen haben mit dem einzig natürlichen Modell der heterosexuellen Kleinfamilie eine unheilvolle und potenziell durchsetzungsstarke Allianz mit konservativen Teilen der Gesellschaft gebildet.
WE ARE HERE TO STAY! widmet sich der Zukunft einer diversen Gesellschaft und fragt: Wie können wir Zukunftsperspektiven im Heute gestalten? Und wo bleiben wir - die vermeintlich »anderen«-in dieser Zukunft?
Damengedeck 2.0
Residenz am Dom
Alte Menschen werden meist zu ihrer Vergangenheit befragt.
Doch was denken sie eigentlich über unsere Zukunft? DAMENGEDECK 2.0 verwandelt die Senior*innen-»Residenz am Dom« in ein fiktives Forschungsinstitut. Expertinnen des Alters beschäftigen sich hier mit dringenden politischen Fragen.
»Die hier lebenden Damen sind mächtige Kämpferinnen. Sie haben Kriege und Männer überlebt, sie sind durch fremde Länder zu Fuß geflohen, sie haben Karriere gemacht, sie haben Kinder geboren und großgezogen, sie haben abgetrieben, sie haben Sitzungen geleitet und sie sind bereit, sich dem Schicksal der Bundesrepublik anzunehmen.«
Nach dem Motto» die Zukunft ist weiblich« entwickeln Ruby Behrmann, Liliane Koch und Theresa Mielich gemeinsam mit den 70- bis 90-jährigen Frauen einen performativen »Rundgang in die Zukunft«. Als Gegenentwurf zu den pessimistischen Überalterungsfantasien. Das Publikum betritt eine Zeitkapsel und reist in eine Zukunft voll mächtiger (alter) Frauen.
The Corona Effect
TanzFaktur
So sieht die Zukunft aus: Atemberaubender Tanz, mitreißende Musik und spektakuläre Licht-und Videoeffekte - jedes dieser Elemente ist schon für sich genommen ein guter Grund, ins Theater zu gehen.
In THE CORONA EFFECT verschmelzen diese drei Komponenten zu einer interaktiven Performance. Dr. Marcus Doering - Gründer des Labels PMD-ART - hat dafür eigens ein Serversystem mitentwickelt, das in Echtzeit Position, Geschwindigkeit, Ausdehnung und Beschleunigung mehrerer Körper erfasst, auswertet und gleichzeitig mit einer einzigartigen Licht- und Videoprojektion kombiniert. So öffnen sich noch nie gesehene Welten für Tanz und Musik, vollkommen neuartige Räume, Hintergründe und Kostüme aus Licht. Ein audio-visuelles Fest und ein wundersam imaginärer Rahmen für die tanzenden Körper.
Die Besucher*innen werden in unbekannte Universen entführt, in denen die Grenzen von Raum und Zeit durchlässig werden. PMD-ART trifft die Deutsche Tanzkompanie: Körper beginnen zu leuchten, verbinden sich auf faszinierende Weise mit surrealen Spektren, ihre Aura glüht - die Corona entsteht!
TOUCHDOWN 21 mini
FWT: Freies Werkstatt Theater
Bei TOUCHDOWN 21 MINI geht es um die Frage: Wie stellen sich Menschen mit Down-Syndrom die Zukunft vor? Ihre eigene.
Und die der Welt. Bisher wurde ihre Stimme kaum gehört, wenn es um wichtige gesellschaftliche Themen geht. Eine jetzt junge Generation von Menschen mit Down-Syndrom ist damit nicht einverstanden und meldet sich mit einer Performance zu Wort.
Das Bühnen-Ereignis des partizipativen Forschungs-Institutes besteht aus Live-Vorträgen, mehreren parallelen Projektionen, Mu-sik, Film, fantastischen Exponaten, Gesprächen mit dem Publikum, Fotos und einer kleinen Ausstellung im Schuhkarton.
Es wird von Menschen mit und ohne Down-Syndrom kreiert und erzählt Geschichten. Über einen Bankräuber mit Down-Syndrom.
Jimmy Hendrix. Und über Chromosomen.
Durch Nacht zum Licht
Im Beethoven-Jahr 2020 zeigt DURCH NACHT ZUM LICHT die Zukunft inklusiver Kultur: Taube und hörende Performer*innen und Musiker*innen begeben sich - begleitet von einem Videokünstler - auf einen experimentellen Musiktheatertrip. Gebärdensprache und Visuals treffen auf Posaune, Trompete und Electronics.
Ludwig van Beethoven - Grenzgänger zwischen den Welten der Hörenden und Gehörlosen - bietet die Inspiration. Der in jungen Jahren ertaubte Komponist und musikalische Visionär sprengte mit seinem Werk die Gattungsgrenzen seiner Zeit. Die Performance überführt seine Musik in zeitgenössische Klangfarben und futuristische Visualisierungen.
Die gemeinsame Arbeit des Gebärdensprachpoeten Rafael-Evitan Grombelka und der Regisseurin Michaela Caspar erprobt neue Formen des Miteinanders. Ein Erlebnisraum entsteht, den die Zuschau-er*innen - hörend oder taub - auf ihre eigene Wahrnehmungsweise betreten können. Verschiedene Weltwahrnehmungen eröffnen und manifestieren sich. DURCH NACHT ZUM LICHT ist der Entwurf einer subversiven Utopie.
In Gebärdensprache und Lautsprache. Eine Produktion von Sommerblut in Kooperation mit der Beethoven Gesellschaft.
ALL IN
Alte Feuerwache | Bühne
Zum dritten Mal widmet sich das Symposium ALL IN gelungener Praxis in der Entwicklung der inklusiven Darstellenden Künste.
Von methodischen Fragen der Koproduktion im inklusiven Tanz-und Theatertraining über die Zusammenarbeit von multiprofessionellen Teams in der Integration von Barrierefreiheit in Aufführungen bis hin zur Bedeutung von lokalen und internationalen Kooperationen: Das Symposium bietet den internationalen Teilnehmenden ein Forum für Diskussion und gibt Anregungen für die eigene Arbeit.
Die Gastreferate, Workshops und Gesprächsrunden von ALL IN sind mit Kulturschaffenden aus Berlin, Hamburg, Leipzig, NRW sowie Großbritannien besetzt. Dabei sind unter anderem Nickie Wildin, die künstlerische Co-Leiterin der Londoner Theaterkompanie Graeae; Amy Leach, Regisseurin des britischen Theaterverbunds
»Ramps on the Moon« sowie Anne Rieger und Noa Winter, die im Berliner Kooperationsprojekt »Making a difference« zur Förderung von Inklusion im Tanz arbeiten.
Das Symposium richtet sich an Mitarbeitende von Theatern der freien Szene und kommunalen Trägern, Regisseur*innen und Choreograf*innen sowie darstellende Künstler*innen mit und ohne Behinderung, die Impulse für ihre eigene Arbeit bekommen und ihre Netzwerke erweitern wollen.
Auf Durchreise
Die Reise ist die wohl größtmögliche Annäherung an den modernen Menschen, der sich in konstanter Unrast zu befinden scheint. Nehmen Sie die seltene Gelegenheit wahr, einige dieser Gegenwartsreisenden, die sich im Mai im Hotel Chelsea einfinden werden, so intensiv kennenzulernen, wie es sonst nicht wieder möglich sein wird.
Frau Erika - die kompetente wie mysteriöse Hotelmanagerin, Concierge und auch noch ganz nebenbei Kunstkennerin - empfängt Sie an der Rezeption und eröffnet Ihnen die einmalige Chance, am "Tag der offenen Tür" teilzunehmen. Sie haben nun die Wahl, sich für eine Tür zu entscheiden. Hinter jeder der acht Türen verbergen sich Geschichten. Menschen auf der Suche, nach sich selbst, nach Abenteuer, nach einer neuen Sprache für eine immer schneller und komplexer werdende Welt da draußen, Menschen mit der Sehnsucht jemand anderes zu sein und Menschen, die sich besser, klüger und reicher machen, als sie sind. Wir haben ja alle ein Leben, das wir nach außen hin führen, und ein Leben, das nach innen wirkt. Treten Sie ein in ein fremdes Leben und finden Sie dabei etwas über Ihres heraus. Wechseln Sie die Zimmer, bleiben Sie so lange Sie wollen, kommen Sie wieder in ein Zimmer und entscheiden Sie selbst über die Reihenfolge Ihrer Zimmerbesuche. Sie werden merken, nichts bleibt wie es war. Die Dinge nehmen an Fahrt auf. All diese Menschen stehen vor einer Entscheidung, alle sind sie allein - und sie werden am Ende andere sein. Und dann ist da noch ein Zimmer, das nicht so leicht zu finden ist. Es verschwindet immer mal wieder. Weiß Frau Erika mehr?
Re:construction
Alte Feuerwache | Halle
RE:CONSTRUCTION ist eine multimediale Reflexion über die Grenzen der Sprache und die Ohnmacht, das eigene Empfinden zu äußern. Sprachlosigkeit entsteht in Bereichen, die jenseits des rein Rationalen, jenseits unserer Kontrolle liegen: Angst, Sexualität, ein Nahtoderlebnis, ein Unfall, Verlust oder Musik.
In der performativen Multimedia-Installation wird diese Sprach-losigkeit, die unabhängig ist von körperlichen Barrieren, zur Keimzelle kreativen Schaffens. Videos, Soundräume, performative Fragmente und Interaktionen entwerfen eine szenische Landschaft, die den Besucher zur Projektion seiner eigenen Erzählung einlädt.
Immer wieder trifft er auf Zugänge zum Kunstwerk, die ihm verschlossen bleiben; eine Tafel in Braille-Schrift, unkommentierte Videos in internationaler Gebärdensprache, ein Video in der poetischen Gebärdensprache Visual Vernacular, ein Film ohne Ton und Schrift...
Die Begrenztheit von Sprache im Angesicht emotionaler Grenzerfahrungen ist ein Phänomen, das für jeden Menschen uneingeschränkt gleichermaßen erfahrbar ist.
Bei RE:CONSTRUCTION wird dieses allgemeingültige Dilemma zum Ausgangspunkt einer gleichberechtigten, kreativen Suche nach Alternativen zur Versprachlichung.
future x. - society lab
TanzFaktur
»Die älteste Übereinkunft der Menschheit ist in Gefahr - der Generationenvertrag.« So beginnt das Generationen-Manifest, ein Thesenpapier, das mit seinen zehn Forderungen an die Politik ein klares Umdenken für die Zukunft fordert. Mit Themen wie Frieden, Klima, Bildung, Armut, Gerechtigkeit und Migration stellt es sich die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für unser zukünftiges Miteinander nachhaltig und verantwortungsbewusst zu gestalten.
In ihrem Physical Theatre Stück FUTURE X. - SOCIETY LAB untersuchen KimchiBrot Connection gemeinsam mit einem diversen Ensemble die Fragen: Wie kann eine lebenswerte Zukunft aussehen und inwiefern ist deren Gestaltung eine intergenerationelle Aufga-be? In einer Mehrgenerationen-WG ringen die Performer*innen um Antworten, die utopisch-kitschige bis dystopisch-obskure Zukunftsentwürfe hervorbringen.
Die Stücke von KimchiBrot Connection zeichnen sich durch den Einsatz von hochphysischen und poetischen Körpern aus, die persönliche Geschichten erzählen. Sie sind an gesellschaftlichen Zuständen interessiert, die ständig im Begriff sind, ihren Aggregatzustand zu ändern. In der Wahl ihrer Umsetzungsmittel bewegen sich KimchiBrot Connection in dem Spannungsfeld von Tanz, Theater und Performance Art.
Future of Europe
Goodbye Great Britain, hello Ukraine? Welche Visionen von Europa haben zehn Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren aus jenen Regionen der Ostukraine, in denen seit 2014 der bewaffnete Konflikt zwischen der Ukraine und Russland ausgetragen wird? Im August 2019 besuchten sie die Region um Köln, Düsseldorf und Bonn, um im Austausch mit gleichaltrigen Jugendlichen in Deutschland die europäische Gegenwart zu diskutieren und die Kultur, Politik und Geschichte Deutschlands kennenzulernen.
Zehn Fragen, zehn Antworten, zehn Themen zur neuen Generation eines neuen Europas. Was erwarten sie? Was wollen sie?
Wird es Krieg geben? Oder wird der Wunsch vieler nach Annäherung an die Europäische Union auf friedliche Weise in Erfüllung gehen?
Der ukrainische Regisseur, Kurator und Schauspieler Andriy May setzt mit dem Jugendtheaterprojekt FUTURE OF EUROPA seine erfolgreichen Gastspiele in Deutschland fort. Die jungen Darsteller*innen aus Köln und Kiew bringen Mays Polit-Performance in deutscher und ukrainischer Sprache mit Untertiteln auf die Bühne.
Auf der Schwelle
Was ist, wenn nichts mehr so ist, wie es einmal war und die Zukunft auf der Kippe steht? Wenn so weiterzumachen wie bisher keine Option ist? Wenn einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Ein Mo-ment, in dem auf einmal alles offen zu sein scheint - oder doch nicht?
Die Bielefelder Theaterwerkstatt Bethel taucht in diesen Moment ein und begibt sich zusammen mit dem Publikum AUF DIE SCHWELLE: zwischen Drinnen und Draußen, zwischen Alt und Neu, zwischen Richtig und Falsch, zwischen Resignation und Wandel. In szenisch-musikali-schen Aktionen in der Kirche St. Michael am Brüsseler Platz entstehen konkrete, absurde, inspirierende, überraschende und provokante Zukunftsbilder.
Die Volxperformance erforscht globale Zusammenhänge und menschliche Psyche und greift aktuelle Themen auf. Dabei treffen Mitwirkende verschiedener Lebensbereiche der Gesellschaft, in ihrer Freizeit agierende und professionelle, lokale und internationale Künstler*innen aufeinander.
Stadt#Land#Bus
Kriege, Klimaveränderung, Welthunger, die großen globalen Herausforderungen werden wir als Weltgesellschaft nur zusammen lösen können. Dazu haben sich alle Staaten der Welt auf 17 Entwicklungsziele geeinigt, die bis 2030 erreicht werden sollen. Aber warum ändert sich so wenig, wenn sich doch alle einig sind?
Das Theatererlebnis STADT#LAND#BUS verhandelt die Geschichte dieser Entwicklungsziele während einer Fahrt durch innere und äußere Landschaften. Wenn es gilt zusammen die Welt zu verändern oder gemeinsam zu scheitern, dann entsteht im Inneren der Reisegefährt*innen Raum für Ideen und möglicherweise ein ganz neuer Ansatz miteinander den großen Sprung zu wagen. Wie können wir die Aufenthaltsqualität in unseren Städten erhöhen? Und wie können alle Menschen in der Region gemeinsam an einer gleichberechtigten lebenswerten Zukunft mitwirken?
STADT#LAND#BUS lädt die Zuschauer*innen auf eine Forschungsreise in einem feuerroten Ominbus ein - über Stadt und über Land. Bitte einsteigen!
Gravity
Alte Feuerwache | Bühne
Lolo und Tiki treffen sich in einer U-Bahn. Während sie verschiedene Arten der Anziehung erleben, reisen sie durch ihre Vorstellungskraft in eine ungewisse Zukunft. In GRAVITY (AND OTHER ATTRACTIONS) verweben ein gehörloser Tänzer und eine hörende Tänzerin die Geschichte der beiden Figuren zu einer zeitgenössischen Tanztheater Performance.
Eine poetische englischsprachige Audiodeskription, die künstlerisch in die Performance integriert ist, bildet die kreative Grundlage dieses Stü-ckes, das im Rahmen des inklusiven europäischen Kooperationsprojektes ImPArt entstanden ist. Die Audiodeskription ist die Inspiration, aber auch die verbale Übersetzung und der gesprochene Text der Performance.
Für diejenigen, die keinen Zugang zu einem Element von GRAVITY haben oder es nicht vollständig wahrnehmen können, schaffen andere künstlerische Elemente - wie Visual Vernacular und internationale Gebärdensprache - Wahrnehmungsbrücken. Sie alle erzählen die gleiche Geschichte - auf ihre eigene Weise...
Der Mensch von Morgen
St. Gertrud
Groß, asymmetrisch, hohe Wände aus Sicht-und Waschbeton - der futuristische Kirchenraum von Sankt Gertrud ist das Bühnenbild für DER MENSCH VON MORGEN. Großflächige Projektionen verwandeln diesen Raum in einen Ort der Zukunft. Einer Zukunft, virtuell geschaffen in einem offenen Prozess: Von jungen Migrant*innen, Menschen mit chronischen Erkrankungen und professionellen Darsteller*innen.
Zusammen mit dem Videokünstler Valerij Lisac entwickeln die Performer*innen einen digitalen Entwurf von sich selbst - einen Avatar.
Als Avatare treten sie dann aus diesen virtuellen Zukunfts-Projektionen heraus und an sich selbst im Hier und Jetzt heran: ein Dialog mit sich selbst - aus kommenden Zeiten geführt. In der Interaktion zwischen aktueller Realität und einem erdachten Morgen entsteht eine offene, traumhafte Theaterperformance zur Zukunft unserer Leben.
Unter der Regie von Gregor Leschig entwickeln die jungen Menschen aus Syrien, dem Irak, Kurdistan und dem Iran zusammen mit chronisch an Multipler Sklerose, HIV, AIDS, Rheuma oder Bulimie Erkrankten ihre Visionen.
Furcht und Normalität in Zeiten der AfD
Odonien
Durch das Erstarken der rechtspopulistischen Bewegungen wurde ein spürbarer Wandel in der Gesellschaft ausgelöst. FURCHT UND NORMALITÄT IN ZEITEN DER AFD blickt in zwanzig Szenen auf den Gewöhnungsprozess an die politische und mediale Präsenz der AfD. Was sind zukünftige Folgen? Wie sieht die Welt von morgen aus nach diesem Rechtsruck?
Jedenfalls lässt sich die AfD nicht mehr ignorieren. Sie ist in den Alltag von Familien, Freundeskreisen, Arbeit, Schulen, Universitäten und Kultur eingedrungen. Eine Positionierung ist unumgänglich. Basierend auf Interviews mit Expert*innen lässt die Performance dokumentarische und fiktionale Elemente verschwimmen. Dabei wird die Trennschärfe im Laufe des Abends immer fragiler...
Seit zehn Jahren entwickeln die Macher*innen des nö theaters dokumentarisch-politische Stücke und wurden für ihre Projekte zum NSU-Verfassungsschutz-Komplex mehrfach ausgezeichnet. Das nö theater begibt sich einmal mehr auf eine politische Geisterbahnfahrt durch einen erschreckenden Alltag!
Happy Island
Alte Feuerwache | Bühne
HAPPY ISLAND fordert das Leben heraus - in seiner ganzen Vielfalt. Die spanische Choreographin La Ribot hat zusammen mit der inklusiven Tanzkompanie Dançando com a Diferença eine Insel geschaffen: Einen utopischen Traumort auf Zeit, der zutiefst Menschliches heraufbeschwört.
Die fünf Tänzer*innen begeben sich auf eine Reise entlang verborgener Wünsche und bunter Visionen. HAPPY ISLAND erzählt davon, wie es ist, mit der ganzen Kraft und jubelnden Schönheit des Körpers zu existieren. Gesten des Rebellierens sprechen von der Un-möglichkeit, gezähmt zu werden und fordern mit aller Vehemenz das Recht auf Freiheit ein. Eine Performance, die mit poetischer Intensität an die Grenzen von Bewegung und unserer Vorstellungskraft geht.
Die gefeierte Künstlerin La Ribot verbindet den zeitgenössischen Tanz mit Elementen aus Live Art, Performance und Videokunst. In der Zusammenarbeit mit Henrique Amoedo und seiner Kompanie Dançando com a Diferença aus Madeira entsteht eine von Menschlichkeit und Verlangen angetriebene Kunst, die die vorgefassten Vorstellungen über Menschen mit Behinderungen herausfordert.
Die dritte Welle
STRENGE. DISZIPLIN. GEMEINSCHAFT. - DIE DRITTE WELLE ist die Bewegung, die weiß, wo es lang geht. DIE DRITTE WELLE ist die Bewegung der Zukunft.«
The Beautiful Minds« nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine Reise in das Innere der Bewegung DIE DRITTE WELLE: Kölner Jugend-liche, die sich im Kulturbunker Mülheim zusammengetan haben und versuchen, durch ihre Ideologie die Menschen auf ihre Seite zu ziehen und die Gesellschaft zu spalten. Überzeugungen, Verblendungen und tiefsitzende Vorurteile treffen aufeinander und führen zur unvermeidlichen Konfrontation.
Mit einem Ensemble aus Schauspieler*innen und Schüler*innen begibt sich »The Beautiful Minds« auf die Suche nach Antworten zu den drängenden Fragen unserer Zeit: Wie begegnet man dem aufkeimenden Rassismus und Nationalismus? Wie kann eine erfolgreiche politische Teilhabe von jungen Erwachsenen aussehen? Was ist not-wendig, um gemeinsam eine diverse, offene und gemeinschaftliche Gesellschaft zu gestalten?
FACE_OFF!
FACE_OFF! ist ein künstlerisches Dialog-Forum und eine Einladung zur Auseinandersetzung mit technologischen Veränderungen und ihren zukünftigen Auswirkungen auf die Gesellschaft. Eine Woche lang wird hier die Frage beleuchtet, wie Gesichtserkennungstech-nologien den »Wert des Gesichts« und die »Freiheit der Mimik« verändern. Die Ausstellung verbindet Installationen und Exponate mit interaktiven Elementen zur Selbsterfahrung und wendet sich damit an ein breites Publikum.
Die Künstlerin Barbara Otto benutzt die über Jahre auf Litfaßsäulen übereinander geklebten Plakatschichten, um daraus Skulpturen von Gesichtern anzufertigen. Die Designerin und Designwis-senschaftlerin Judith Block setzt dagegen auf digitale Masken, um den Auswirkungen von Gesichtserkennung auf Mimik und Empathie nachzugehen.
Neben täglich mehreren Führungen wird die Ausstellung durch abendliche Veranstaltungen begleitet, etwa eine Vorführung des Dokumentarfilms »Face_It!« von Gerd Conradt. Diskussionsrunden, ein themenspezifischer Vortrag und Texte bieten den Rahmen für eine weitere Vertiefung des Themas.
Der Automat
Sind die von Menschenhand erfundenen Welten künstlicher Intelligenz und interagierender Maschine Heil oder Fluch künftiger Generationen? Als hätte E.T.A. Hoffmann diese Frage vorausgeahnt, beschreibter in »Der Sandmann«- einem seiner »Nachtstücker - die Ambivalenzen der Beziehung von Mensch und Automat:
Die Erzählung kreist um den jungen Studenten Nathanael. Sein Professor beschäftigt sich mit der Konstruktion von Automaten und benutzt ihn für ein Experiment, das beweisen soll, wie interaktiv die von ihm erschaffenen Maschinen bereits mit Menschen in Beziehung treten können. Doch nur in der Einbildung Nathanaels wird DER AUTOMAT lebendig. Als der junge Mann sich in Wahnvorstellungen verliert, ist er gezwungen, sein Studium abzubrechen. Zwar scheint er sich von dieser geistigen Erkrankung wieder zu erholen, doch dann erfolgt ein Showdown, und die Szenerie gleicht der eines Action-Thrillers.
Die Literatur-Oper Köln wurde 2008 innerhalb der Hochschule für Musik und Tanz gegründet. Im Zentrum der Produktionen stehen neuartige Begegnungen zwischen Musik und Literatur, die ein eigenes Genre- angesiedeltzwischen Oper und Schauspiel- entstehenlassen.
14,2 x 3,4 x 5,5
Alte Feuerwache | Halle
14,2 x 3,4 x 5,5 ist eine Raumgröße: Länge mal Höhe mal Breite.
Raum zu haben ist Luxus. Räume bringen Menschen zusammen und gleichzeitig nötigen sie uns, andere auszuhalten: eine unangenehme Meinung, eine andere Weltanschauung, andere Körper, andere Handlungen.
Ein Team von jungen Performer*innen erforscht, welche Dynamik innerhalb einer Gruppe entsteht, wenn wir uns eine Zeit lang nicht vereinzeln können. Welche Räume jenseits des konkreten Raums drängen sich auf: Gedankenräume, Erinnerungsräume, Zukunftsräume.
Wir flüchten zusammen in dystopische, utopische, überdimensionale Räume, um uns neu zu finden und zu verlieren.
In der spielerischen Tanztheaterperformance fragen sich das Choreographie- und Regie-Duo Elbers/Zhukov und eine Gruppe junger Performer*innen, welchen Herausforderungen wir uns als Gesellschaft stellen müssen. Wer darf mit in die Zukunft und was müssen wir dafür tun?
In ihren Projekten kreieren Stefanie Elbers und Oleg Zhukov Aufführungsformate, die Tanz, Sprache und Klang zu einer eigenen Theatersprache verbinden. Digitalisierung, popkulturelle Phänomene, Körper-Raumerfahrungen und Möglichkeiten des demokratischen Handelns werden in einem analogen Bühnenraum zelebriert.
Der Weltuntergang
Der Erde geht es nicht gut. Die Menschen und ihr zerstörerisches Verhalten setzen ihr immer mehr zu. Die Sonne als Herrin der Planeten mag dem Verfall nicht länger zusehen und schickt einen Kometen, der das Problem »Menschheit« ein für alle Mal beseitigen soll.
Was wie ein Hollywood-Blockbuster klingt, ist die Umsetzung des Science-Fiction-Stücks »Der Weltuntergang« von Jura Soyfer durch das Theater Köln-Süd. Obwohl schon vor 100 Jahren geschrie-ben, hat das Werk des österreichischen Autors eine bedrückende Aktualität. Hans Peter Mörsch gestaltet in Anlehnung an die Revuen der goldenen 20er-Jahre und mit skurrilen Figuren und Live-Musik einen fulminanten Tanz auf dem Vulkan.
Das Theater Köln-Süd produziert seit über zehn Jahren Stücke von, mit und für Kölner Bürger*innen. In DER WELTUNTERGANG kommen 17 Spieler*innen und fünf Musiker*innen zusammen und blicken gemeinsam der Apokalypse entgegen.
Animal Farm
Die Utopie der Gleichheit, unter anderem verankert in der Mar-seillaise, begleitet uns auch 100 Jahre nach der russischen Oktober-revolution, die für George Orwells ANIMAL FARM den historischen Hintergrund lieferte. Im gleichnamigen Stück des belgischen AGORA Theaters begibt sich das Ensemble auf die Spurensuche nach der Farm der Tiere im heutigen Europa. Bei Orwell sind es vom Menschen gezüchtete Nutztiere, die die Revolution beginnen - und verraten.
Nach dem Motto: ›Alle sind gleich, aber einige sind gleicher.
Heute ist der Mensch selbst Objekt solcher Züchtungen und genetischer Auswahlverfahren - ein Thema unzähliger Dystopien und TV-Serien. Die Bühne der Comedia wird bei ANIMAL FARM zum Theater im Menschenpark: In einer Maßnahme zur Optimierung und Verbesserung der Menschen - besonders derjenigen, die einmal an die Idee der Revolution glauben konnten - untersuchen sieben Spieler*innen, was das System des »Menschenparks« mit unseren Körpern, unseren Worten, unserer Anstrengung macht.
Das AGORA Theater wurde 1980 in Belgien in enger Verbindung zum Studententheater gegründet. Das Ensemble entwickelte seitdem 50 Inszenierungen in mehreren Sprachen und spielt als professionelles freies Theater in ganz Europa.
TANK
TanzFaktur
Was ist das für ein neblig-trüber TANK auf der Bühne? Und vor allem: Was geht darin vor? Doris Uhlich entwirft ihre Soloperformance zum Thema »Körper 2.0" rund um einen von dem Berliner Kollektiv Proper Space gebauten Tubus. Dieser wird zu einem Experimentierfeld und Ort der Erprobung von Körpertransformationen.
Zu dem vibrierenden Sound von Boris Kopeinig entstehen cineastische Bilder, die sich aus robotischen, biotechnologischen und medizinischen Assoziationsketten entspinnen. TANK stellt die Frage nach der Rolle des Körpers in einer zunehmend digitalisierten und technologisierten Welt. Es ist eine Performance über technologische Glücksversprechungen, über die Zukunft des Körpers, dessen Ausgeliefertsein, aber auch seine Widerspenstigkeit.
Doris Uhlich ist eine der renommiertesten zeitgenössischen Choreograph*innen Österreichs. In ihren Arbeiten setzt sie sich vielfach mit Körperbildern und vermeintlichen Schönheitsidealen auseinander. Für die Performance Ravemachine (2016) hat sie gemeinsam mit dem Tänzer Michael Turinsky den Nestroy-Spezialpreis für »Inklusion auf Augenhöhe« gewonnen.
Mad Pride
Zum Abschluss von Sommerblut zieht die MAD PRIDE am Sonntag, den 24. Mai in Köln vom Alter Markt quer durch die Innenstadt zum Kulturfinale in der Alten Feuerwache.
An diesem Tag wird der Rand zur Mitte: Ob arm oder reich, geizig oder genial, verrückt, behindert, asozial, zurückgeblieben oder ihrer Zeit voraus, süchtig oder Querdenker*in - alle sind eingeladen in ihrer schönsten Verschiedenheit zu zeigen, dass es sie gibt. Wir laufen, rollen, kriechen, schlurfen, wandeln, schweben und tanzen durch die Stadt. Grenzenlos und stolz, verrückt, verhindert, bunt und selbstbewusst!
Gemeinsam erobern wir die Straßen von Köln gegen Diskriminierung und Ausgrenzung jeglicher Art. Und feiern das Leben: Bringt Pauken und Trompeten mit - wir machen Lärm und wollen gehört werden!