BIPoC / BI_PoC

BIPoC steht für “Black Indigenous_People of Colour”. Der Unterstrich sagt aus, dass es nicht-Weiße Menschen gibt, die sich als “weder-noch” identifizieren und ist damit ein Sammelbegriff für nicht-Weiße Menschen. Auf Deutsch: Schwarz, Indigen - der Begriff People of Color wird nicht übersetzt.
All diese Begriffe sind politische Selbstbezeichnungen. 

 

Gendersensible Sprache

Gender bezeichnet das »soziale Geschlecht« und steht im Gegensatz zum biologischen Geschlecht (engl. sex). Das soziale Geschlecht beschreibt die kulturell konstruierten Geschlechteraspekte der Menschen, also Dinge, die in einer Kultur üblicherweise für typisch weiblich bzw. typisch männlich gehalten werden. 

Wir erkennen an, dass sich einige Menschen weder als Frau noch als Mann identifizieren möchten (non- binary). Damit sich alle angesprochen fühlen, möchten wir dazu einladen, genderneutrale Formulierungen zu verwenden (Beispiel: Techniker -> technische Fachkraft; Wegbegleiter -> wegbegleitende Person). 

 

Definitionsmacht

Unter Definitionsmacht versteht man das Konzept, dass nur von der betroffenen Person definiert werden kann, wann Grenzen überschritten werden, wann Gewalt anfängt und was als Gewalt bezeichnet werden kann. Gewalt wird individuell verschieden erlebt und wahrgenommen, somit sollte auch das Benennen von Gewalt/einer Grenzüberschreitung durch die betroffene Person unter keinen Umständen in Frage gestellt werden. 

 

FLINTA*

Die Abkürzung steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Menschen. Hiermit werden alle Menschen bezeichnet, die im Patriarchat diskriminiert werden. Es gibt ebenfalls die Abkürzung FLINTA*, jedoch wurde sich an dieser Stelle dagegen entschieden, da es bei der Abkürzung nicht um sexuelle Orientierung, sondern geschlechtliche Identitäten geht. 

 

Inter

Jemand, der intersexuell ist, weist von Geburt an biologisch sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsmerkmale auf. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass Intersexualität mittels einer Chromosomenanalyse festgestellt werden kann. 

 

Kulturelle Aneignung/ Cultural Appropriation

Entwendung kultureller Elemente für den eigenen Gebrauch, zur Vermarktung oder aus Profitgründen; einschließlich Symbole, Reliquien, Kunst, Sprache, Bräuche usw. oft ohne Verständnis, Anerkennung oder Achtung ihres Wertes in der ursprünglichen Kultur. 

 

LGBTQIA*

Diese Abkürzung steht für: lesbisch, schwul/gay, bisexuell, transgeschlechtlich, queer, intergeschlechtlich und asexuel. Das Sternchen* (auch Gender-Star genannt) wird ebenso wie der Unterstrich_ (auch Gender- Gap genannt) als Platzhalter verwendet, um alle Geschlechter und Identitäten über „männlich“ und „weiblich“ hinaus sichtbar zu machen. 

 

Mikroaggressionen

Mikroaggressionen sind alltägliche Kommentare, Fragen, verbale oder nonverbale Handlungen, die überwiegend marginalisierte Gruppen treffen und negative Stereotypen verfestigen. Sie können sowohl absichtlich als auch unabsichtlich geäußert oder getätigt werden. Obwohl sie oft nicht verletzend gemeint sind, können sie dazu führen, dass sich Menschen unsicher und unwohl fühlen.

 

Neurodiversität

Neurodiversität unterscheidet zwischen neurodivergenten und neurotypischen Menschen und ihren unterschiedlichen Wahrnehmungen und Funktionsweisen des Gehirns. Diese können sich z.B. in den folgenden Punkten äußern: Sozialverhalten, Entwicklung, Bedürfnisse, Emotionen, Wahrnehmung, etc. Neurodivergente Menschen werden dauerhaft mit Reizen und gesellschaftlichen Erwartungen konfrontiert, die nicht für sie gemacht sind und stoßen dementsprechend immer wieder auf gesellschaftliche Barrieren.

 

Nonbinary/ Nonbinär

Dieses kann neutral sein, kein Geschlecht oder zwischen mehreren Geschlechtern hin und her wechseln.Es bezeichnet Personen, die sich in das heteronormale Geschlechtssystem (‚Frau‘ oder ‚Mann‘) nicht einordnen lassen (wollen). Sie können sich z.B. zwischen diesen beiden Geschlechtern verorten, oder ganz außerhalb davon, oder auch gar kein Geschlecht haben (agender). Einige nichtbinäre Menschen identifizieren sich als trans. 

 

Parteilichkeit

Parteilich zu sein, ist eine politische und bewusst getroffene Entscheidung. Es wird davon ausgegangen, dass manche Gruppen auf Grund von Diskriminierungen, gezielte Unterstützung benötigen, um damit bestehenden Machtverhältnissen entgegenzuwirken. Das Awareness-Team ergreift Partei für die betroffene Person und setzt sich für ihre Wünsche und Bedürfnisse ein. 

 

Pronomen

Bitte fragt jede Person, mit welchem Pronomen (er, sie, they, dey, gar keins, ...) sie angesprochen werden möchte. Falsche Pronomen zu verwenden, kann verletzend und auch traumatisierend wirken und sollte daher möglichst vermieden werden. Es gibt auch Menschen, die auf Pronomen verzichten; wichtig ist uns ein sensibler, respektvoller Umgang miteinander. 

 

Sexismus

Sexismus bezeichnet verschiedene Formen der positiven und negativen →Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres zugeschriebenen Geschlechts. Zugleich steht der Begriff für die diesem Phänomen zugrunde liegende Ideologie, welche Geschlechterrollen festschreibt und hierarchisiert. Männer sind von Sexismus positiv diskriminiert, also privilegiert, Frauen sind von Sexismus negativ diskriminiert, also abgewertet. Die Erscheinungsformen von Sexismus sind kulturell und historisch bedingt. Sexismus zeigt sich insbesondere in der →Marginalisierung von Frauen, trans, nicht-binären und inter Menschen. 

 

Sexualisierte Gewalt

Sexualisierte Gewalt umfasst alle sexuellen Handlungen, die Personen aufgedrängt oder aufgezwungen werden. Sie ist ein Akt der Aggression und des Machtmissbrauchs, nicht das Resultat unkontrollierbarer sexueller Triebe. Sexualisierte Gewalt reicht von der sexuellen Belästigung oder Vergewaltigung erwachsener Frauen und geht bis zum sexuellen Missbrauch von Kindern. 

Der Begriff »sexualisiert« soll deutlich machen, dass sexuelle Handlungen benutzt werden, um Gewalt und Macht auszuüben. Beispiele für sexualisierte Gewalt sind unerwünschte Berührungen, sexuelle Belästigungen, unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornografischen Darstellungen, verbale Anspielungen bis hin zu sexuellem Missbrauch, sexueller Nötigung und Vergewaltigung. Ebenso sind ein unnötiger Körperkontakt, unerwünschte sexualisierte Bemerkungen sowie Kommentare oder Witze über das Äußere von Beschäftigten als sexuelle Belästigungen im Sinne des →AGG zu bezeichnen. Die Schaffung eines feindlichen Umfeldes ist dabei im Unterschied zur Belästigung keine Voraussetzung. 

 

Trans*Gender/ Trans*Person

Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, dem sie nach der Geburt zugeordnet wurden. 

 

Trigger

Trigger sind Ereignisse, Sachverhalte, Situationen, die an vergangenes Trauma erinnern. Das können auch Gerüche, Worte, Musik oder Gegenstände sein, also alles, was Erinnerung wecken kann. Weil wir oft nicht wissen, was anderen Menschen in der Vergangenheit passiert ist, ist es besonders wichtig mit Diskriminierung, Gewalt und Gefühlen sensibel umzugehen. Dabei gilt: Persönliche Grenzen sind unterschiedlich, auf Grund unserer individuellen Erfahrungen.

 

 

Weitere Begriffe findest du bei der Awareness Akademie!