DON’T COME CLOSER
Informationen
Berührungsängste und Unsicherheiten in der Konfrontation mit Unbekanntem bilden Barrieren. In der Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen, zwischen verschiedenen Kulturen und Lebensformen, im Alltag. Und in der Konfrontation mit unbequemen Themen wie dem Tod und dem Sterben. Diesen individuellen und gesellschaftlich geprägten Unsicherheiten wollen wir begegnen, sie frei heraus ansprechen und aufheben.
Ängste spielen in der Herausbildung von Rassismen eine maßgebliche Rolle. Differenzen, Verschiedenheiten, das Unbekannte und das Fremde können Angstgefühle auslösen. Diese Ängste bleiben meist abstrakt, führen dabei aber ganz konkret zu Ausschluss und Abgrenzung. Wo liegt die Wurzel von Diskriminierungen und wie können wir diesen begegnen?
DON’T COME CLOSER geht Berührungsängsten mit Performances und in Gesprächen nach.
TAG 1
Behind Fear
20.00, 18.5., TanzFaktur Bühnensaal
Performance - Dragana Bulut
Vorsicht ist besser als Nachsicht. In „Behind Fear“ erschafft Dragana Bulut Choreographien der Angst, indem sie sich mit den Paradoxien von vermeintlicher Sicherheitskultur beschäftigt. Humorvoll führt sie uns unsere eigenen Sicherheitsbedürfnisse vor Augen und die Gefahren, die im Theater auf uns lauern. Das Publikum wird dabei von einem Security-Team beschützt und muss sich trotzdem fragen, wie gehen wir mit Bedrohungen um?
Better Safe than sorry
21.30, 18.5., TanzFaktur Lichthof
Gespräch - Dragana Bulut @ Kiosk
Im Anschluss an ihre Performance führt Dragana Bulut in den Schaffensprozess von “Behind Fear” ein und spricht mit Security-Agent Mohanad Al-Rim und den Performer:innen über individuelle und gesamtgesellschaftliche Sicherheitsbedürfnisse.
TAG 2
DIS_Lecture: On something very special
18.00, 19.5., TanzFaktur Bühnensaal
Dalibor Šandor
Die Lecture-Performance „On something very special“ handelt von Monstern und reflektiert, wie sich die Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderungen verhält.
Fear of contact
19.00, 19.5., TanzFaktur Bühnensaal
Gespräch – Mit: Dalibor Šandor (Per.Art), Leisa Prowd (Unusual Symptoms), Moderation: Michael Turinsky
Es sind oftmals nur kleine Unsicherheiten, die eine Begegnung gar nicht erst stattfinden lassen. Wie verhalte ich mich gegenüber einer blinden Person? Wie kommuniziere ich mit einem tauben Menschen? Der Choreograf und Kurator Michael Turinsky führt ein Gespräch zu Unsicherheiten in alltäglichen, aber auch professionellen Interaktionen im künstlerischen Feld, zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen. Im Zentrum steht die Fragestellung, wo Ursachen und Konsequenzen liegen und wie diesen Ängsten entgegengewirkt werden kann.
20:00, 19.5., TanzFaktur Lichthof
Im Anschluss an das Panel wird das Gespräch geöffnet: In Köln und NRW ansässige und mit dem breiten Netzwerk des Sommerblut Kulturfestival e.V. assoziierte Expert:innen mit und ohne Behinderungen bringen ihre spezifischen Erfahrungen in einem offenen Gesprächsformat mit dem Publikum und den eingeladenen Gästen ein.
TAG 3 & 4
Nach dem Ende
20.00, 20.5. & 21.5., TanzFaktur Werkshalle
Performance - BKM Performance
In „Nach dem Ende“ stellt BKM Performance die oft verdrängte Frage: Was passiert mit dem Körper nach dem Tod? Die beiden Performer:innen arbeiten in der Bestattung und wirken Berührungsängsten mit dem Tod entgegen. Sie berichten vom Waschen der Verstorbenen, dem Ankleiden, dem Schminken und in den Sarg Betten. Sie erzählen von ihrer Freund:innenschaft und von besonderen Begegnungen.
Im Anschluss an die Vorstellungen: Talk mit BKM-Performance + Totentanz mit DJ Martin Simonis (Still You / acephale) am 20. Mai