Dunkle Wolk / Der Bau
Informationen
| Künstler:innen | Barbara Wachendorff |
Im Frühjahr 2020 veränderten sich schlagartig die Lebensbedingungen weltweit. Die meisten Menschen trafen die einschneidenden Veränderungen hart und mit ihnen kam die Angst. Die Natur des Säugetiers Mensch, seine Vulnerabilität standen unerwartet im Zentrum der Gesellschaft.
Während der Konzerte von Balkon zu Balkon improvisierten die beiden Musiker Claus Boesser-Ferrari und Jutta Glaser zu einem alten deutschen Volkslied „Es geht ein dunkle Wolk herein“. Intensive, perkussive, klangvolle Sessions, die faszinierten. Es entstand die Idee, daraus ein Literatur_Tanz_Konzert zu formen, eine intuitive Beschäftigung mit den Erschütterungen, der Verletzlichkeit, der Hilflosigkeit dieser letzten Monate mit Musik Text und Tanz.
Jadi Carboni, Tänzerin und Choreografin aus Graz, setzt sich mit den Auswirkungen von Angst, paralysiertem Rückzug oder auch Verleugnung, Ignoranz und latenter Gewaltbereitschaft auseinander. Der Schauspieler Nils Kretschmer spielt Fragmente aus Franz Kafkas Erzählung „Der Bau“. Dieser Text, 1923/24 kurz vor Kafkas Tod geschrieben, ist das Protokoll einer Welt, in der Glück und Angst Gefährten sind. Kein zweites literarisches Werk vermag die Zerrissenheit zwischen Existenzangst und dem Versuch, sich Sicherheit zu verschaffen so intensiv und intim darzustellen.