Unter Wasser lächeln

Informationen

Zeitraum Sonntag, 23.5.2021
Künstler:innen Barbara Wachendorff/ Joachim Henn

Das biografische Theater/Tanz-Projekt mit sogenannten Expert*innen ihrer Lebenswelt beschäftigt sich mit künstlerischen Mitteln mit dem Thema Depression. 

In den abendfüllenden Aufführungen mit 10 Teilnehmer*innen, die von Depressionen betroffen sind, zwei professionellen Schauspieler*innen und einem/einer Tänzer*in geht es dem künstlerischen Leitungsteam nicht vorrangig um die Erlebniswelten des Leidens, als auch um gesellschaftliche Ursachen und Auslöser sowie individuelle und gesellschaftliche Bewältigungsmöglichkeiten. 

Die Produktion wird mindestens 6 mal mit anschließendem Publikumsgespräch in Köln gezeigt, ausgelegt auf ca. 100 Zuschauer*innen.

Integraler Bestandteil des Projekt ist ein dokumentar-filmischer Kommentar, der einen eigenen Zugang zum Thema sucht und zudem das Entstehen der Arbeit und Teile des Ergebnisses dokumentiert. Das Projekt wird auf der Basis von Gesprächen mit den Beteiligten und in enger, partizipativer Zusammenarbeit mit ihnen entwickelt und durchgeführt.

 

Zur Relevanz und zum Hintergrund:

Mit der industriellen und der digitalen Revolution haben sich gesellschaftliche Anforderungen grundlegend gewandelt. Waren in vorindustriellen Zeiten in erster Linie körperliche Leistungen zum Erwerb des Lebensunterhaltes erforderlich, so sind es heute vorrangig mentale Leistungen. Permanente Mobilität, digitale Verfügbarkeit und Kontrolle, unsichere Beschäftigungsverhältnisse: das persönliche Leben der Menschen wurde unplanbar und ortlos. Nicht jede/r kann dem hohen Anpassungsdruck sozial, kommunikativ und psychisch standhalten. Abzulesen ist diese Entwicklung z.B. an einem signifikanten Zuwachs an psychischen Erkrankungen, die in jüngerer Vergangenheit zu verzeichnen sind, wobei Depressionen an vorderster Stelle stehen.

Das gesellschaftliche Leben ist durch die Covid-19-Pandemie seit dem Frühjahr 2020 lahmgelegt. Ein perfekter Nährboden für seelische Krisen. Aber auch ohne Lockdown verändern sich die ökonomischen und sozialen Grundbedingungen der Menschen drastisch. Gegenwartsphänomene wie Vereinsamung in den Städten, Abgeschnittensein von Natur, sinngebenden Tätigkeiten und einer positiven Zukunftsidee, von der Möglichkeit, Ansehen und Status zu erhalten, ungelöste Kindheitstraumata sind mögliche Gründe, die zu depressiven Episoden führen können.

Termine

Sonntag 23.5.2021