Geh dahin, wo die Angst ist

Sommerblut Kulturfestival 2023

6.-24.5.2023

Raus aus der Bequemlichkeit!

Jetzt wird es ungemütlich: Das Sommerblut Kulturfestival widmet sich dieses Mal einem Thema, das uns alle berührt: unseren Ängsten und Unsicherheiten.

Berührungsängste, Klimaangst, German Angst, Angst vor Veränderung, die Furcht vor Abweichungen, vor Verschiedenheit oder dem Anders-Sein …

Wir stellen uns der Frage, wann lohnt es sich, die eigene Komfortzone zu verlassen? Wir suchen die Monster unserer Zeit, fragen nach dem Ursprung von Rassismen und Xenophobie,  und gehen genau dahin, wo die Angst ist. Auf's Neue entdecken wir unbekannte Welten und spüren besondere Lebensgeschichten auf. Wir rücken unbequeme Themen in den Mittelpunkt und testen die Grenzen von Theater aus. 

Wir reisen zu dystopischen Orten, tauchen in Nicht-Orte ein und arbeiten mit Euch Barrieren entgegen. Performer:innen zeigen uns ihre Sicht auf komplexe Verstrickungen, hinterfragen unsere Sicherheitskultur und begegnen radikal und sinnlich unseren größten Tabuthemen.

Und wenn am Ende eines Festivalabends noch nicht alles gesagt ist, dann kommt in unsere brandneue mobile Festivalzentrale KIOSK! Sie reist zwischen unseren Spielorten, ist Kneipe, DJ-Theke, Podcast-Studio und Veranstaltungsraum unter freiem Himmel. KIOSK ist da, wo du bist!

Bereit für eine Bewusstseinserweiterung? Geh dahin, wo die Angst ist. Es lohnt sich!      

DON’T COME CLOSER

Berührungsängste und Unsicherheiten in der Konfrontation mit Unbekanntem bilden Barrieren. In der Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen, zwischen verschiedenen Kulturen und Lebensformen, im Alltag. Und in der Konfrontation mit unbequemen Themen wie dem Tod und dem Sterben. Diesen individuellen und gesellschaftlich geprägten Unsicherheiten wollen wir begegnen, sie frei heraus ansprechen und aufheben. 

Behind Fear

Vorsicht ist besser als Nachsicht. In „Behind Fear“ erschafft Dragana Bulut Choreographien der Angst, indem sie sich mit den Paradoxien von vermeintlicher Sicherheitskultur beschäftigt. Humorvoll führt sie uns unsere eigenen Sicherheitsbedürfnisse vor Augen und die Gefahren, die im Theater auf uns lauern. Das Publikum wird dabei von einem Security-Team beschützt und muss sich trotzdem fragen, wie gehen wir mit Bedrohungen um?

DIS_Lecture: On something very special

Die Lecture-Performance „On something very special“ handelt von Monstern und reflektiert, wie sich die Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderungen verhält. Dalibor Šandor sagt selbst: „Man muss mutig sein, um öffentlich aufzutreten, aber nur so kann man die Veränderung erreichen, die man sich wünscht.“

Fear of contact

Es sind oftmals nur kleine Unsicherheiten, die eine Begegnung gar nicht erst stattfinden lassen. Wie verhalte ich mich gegenüber einer blinden Person? Wie kommuniziere ich mit einem tauben Menschen? Der Choreograf und Kurator Michael Turinsky führt ein Gespräch zu Unsicherheiten in alltäglichen, aber auch professionellen Interaktionen im künstlerischen Feld, zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen. Im Zentrum steht die Fragestellung, wo Ursachen und Konsequenzen liegen und wie diesen Ängsten entgegengewirkt werden kann.

Nach dem Ende

In „Nach dem Ende“ stellt BKM Performance die oft verdrängte Frage: Was passiert mit dem Körper nach dem Tod? Die beiden Performer:innen arbeiten in der Bestattung und  wirken Berührungsängsten mit dem Tod entgegen. Sie berichten vom Waschen der Verstorbenen, dem Ankleiden, dem Schminken und in den Sarg Betten. Sie erzählen von ihrer Freund:innenschaft und von besonderen Begegnungen.

3. Festival der Religionen

Das Festival der Religionen bringt Menschen verschiedenster (und keiner) Religionszugehörigkeiten zusammen. Künstler:innen, Religionsvertreter:innen und Expert:innen setzen sich mit Angst im Kontext von Religion und Spiritualität auseinander. In musikalischen und tänzerischen Performances,  Gesprächsformaten und Workshops geht es um die Konfrontation und Überwindung von Ängsten. Ein hinduistisch-daoistisch-konfuzianistsch-christlich-budhhistisch-sikhistisch-jüdisch inspiriertes Freudenfest!

LE CRI 4Life - Teil1: Erde

In LE CRI widmet sich das Kölner Kollektiv WEHR51 der Erde und mit ihr dem Verhältnis Mensch/Natur. Genauer: der Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Du bist eingeladen, einem großen, schlauen, wichtigen Freund – einem echten Baum – die letzte Ehre zu erweisen. Du begleitest ihn auf seinem Weg von der Fällung bis zur Verarbeitung, aufgebahrt in der Museumshalle des Rautenstrauch-Joest-Museum.

Alias. Parallelwelten 2030

Was passiert, wenn die Straße zum Obdach wird? Wenn der öffentliche Raum zum privaten wird und kein Raum mehr zum Träumen bleibt?  Das DRUGLAND Theater taucht in “Alias” in eine Welt zwischen Traum und Wirklichkeit ein und nimmt die Zuschauenden mit auf eine Reise in die phantastischen Parallelwelten unseres städtischen Zusammenlebens.

all about love

Inmitten von Krisen, Ängsten und Leistungsdruck liegt eine kleine Insel, auf der du Zuflucht findest: Die Liebe. Hier kannst du sein, wie du bist. Sie gehört nur dir – und natürlich Hollywood, Netflix, Instagram, Tiktok, Fleurop und dem Valentinstag. Elbers/ Zhukov erkunden in “all about love” mit einer Gruppe junger Performer:innen das große Gefühl im Kontext großer kommerzieller Interessen.

MONSTER

Das Ohrenkuss-Team liest zum Thema MONSTER in der Blauen Stunde.

Klänge und Texte – und dabei gibt es monstermäßige Zeichnungen zwischen den Bäumen im Abendlicht.

Cola Lemon 30 Cent

„Cola Lemon 30 Cent“ ist halb Videoinstallation, halb Performance und zieht dich in den Kosmos der Glücksspielsucht. Im Strudel der Adrenalinkicks spürst du, wie es ist, wenn die Aussicht auf Geldgewinn und Existenzaufgabe zu mächtigen Betäubungsmitteln werden. Am Automaten, jenseits der Zeit und am Ende der Gefühle, wird alles zum Spiel, zur gefährlichen Simulation.

Flagranti

“Flagranti” erzählt anhand von sechs Schicksalen die Lebenswirklichkeit queerer Menschen in Tunesien. Fragen nach Liebe treffen auf Fragen nach gesellschaftlichen Normen und der LGBTQI+-Gemeinschaft. Regisseurin Essia Jaïbi gibt nicht-normativen Identitäten eine Bühne und zelebriert Identität in all ihrer Vielfalt.

Kiosk – die mobile Festivalzentrale

Kiosk ist unser neues, reisendes Festivalzentrum. Kiosk ist Kneipe, ist DJ-Theke, ist Podcast-Studio, ist Veranstaltungsraum – unter freiem Himmel, mitten in der Stadt. Er kann wachsen, schrumpfen und wieder wachsen – je nachdem, wofür er gebraucht wird. Mal ist er Konzert-Kiosk, mal Sprech-Kiosk, mal Fritten-Kiosk. Minimal ist er eine DJ-Theke mit ein paar Sitzgelegenheiten, maximal wird er zur Konzertbühne; plus Bar.

gender is a magic trick I forgot how to perform

Geheimnisse und Lügen, Erscheinen und Verschwinden, Tricksen und Betrügen. „Warum stehen diese Wörter in einem seltsamen Näheverhältnis zu meinem Geschlecht?” In ihrer Solo-Performance versteckt Jeanne Eschert die Techniken, die sie selbst als Zauberer lernte, nicht. In einer Welt, in der enttarnt wird, wo nichts zu enttarnen ist, verschwimmt in „gender is a magic trick I forgot how to perform“ die Binarität von Wahrheit und Täuschung.  

THE VILLAGE

“THE VILLAGE” ist ein kollektiver und partizipativer Playground, der lustvoll Grenzen erweitert. Über 20 Studierende, Absolvent:innen und freie Künstler:innen der HfMT Köln laden das Publikum in die Expedition einer unbekannten Stadt zu unbekannter Zeit ein.  In der sechsstündigen Performance setzen sie sich zusammen mit freien Instrumentalgruppen in Installationen, Live-Musik, Lectures, Video- und Elektroniksets mit Dynamiken von Gemeinschaften, Ritualen und Tabus auseinander. 

RADIO MARIIA

“RADIO MARIIA” stellt sich die Zukunft Polens ohne die katholische Kirche vor. Eine Zukunft, in der Pol:innen nicht mehr katholisch sein müssen, um wirklich Pol:innen zu sein. Stattdessen zeigt das Stück satirisch alternative Modelle von Gesellschaft, Kultur und Politik auf. Als Teil des europäischen Projekts „Face to Faith“ fragt RADIO MARIIA: Was lässt eine Utopie nicht wahr werden und was sind die Grenzen unserer Vorstellungskraft?

check your habitus

“check your habitus” ist eine poetische Selbstbefragung und thematisiert eine tief in unsere Haltung eingeschriebene, erlernte soziale Grammatik. Die Ausstellung vereint die Statements von 18 Autor:innen über verinnerlichte elterliche Glaubenssätze, damit verbundenes unsichtbares Erbe, Zugehörigkeitsgefühl und den Wechsel zwischen sozialen Welten.

The Human Measure/ Fear of the Future

Die Kunst des Handlesen trifft auf die Kunst der Poesie: In diesem Workshop über Emotionen, Worte und das menschliche Sein unter der Leitung von Azzurra D’Agostino überwinden 20 Teilnehmer:innen gemeinsam Ängste vor der Zukunft und erstellen ihr eigenes kleines Buch des Schicksals. 

Ultima Ratio

“Ultima Ratio” lädt ein zu einer Busreise vom äußeren Stadtrand Kölns ins Revier des Kohletagebaus Hambach bis hin zum Schloss Türnich. Eine Busreise aus der Zukunft in die Vergangenheit, die basierend auf den “Zukunftsbildern” der Scientists for Future fragt, wie unser Leben in 20 Jahren aussehen könnte. Begib dich auf eine Erlebnisreise über die Symbiose von Mensche und Natur. 

Yishun is Burning

Schamanismus meets Voguing meets Yishun. Choy Ka Fai adaptiert für “Yishun is Burning” singapurische rituelle Tänze für ein transzendentes, queeres Solo auf einer multimedialen Bühne. Der Tänzer Sun Phitthaya Phaefuang (a.k.a. Aurora Sun Labeija) begibt sich in Zustände zwischen Ekstase, Trance und Drag und überschreitet dabei Zuschreibungen von Gender, kultureller Identität und Religion. 

A UNIVERSAL REACTION

Die portugiesische Choreografin Carla Jordão hat vor vier Jahren eine Tanzstückserie mit dem Titel UNIVERSAL… begonnen. Darin befasst sie sich mit den Auswirkungen sozialer Machtsysteme auf menschliche Körper. In A UNIVERSAL REACTION untersucht sie, wie Ängste unsere Körper formen, wie sie körperliche Bewegungen durchdringen und bestimmen. 

Durch Lila Nebel

Was macht uns Gänsehaut? Acht Menschen erzählen ihre Geschichte. Sie sprechen von persönlichen Verunsicherungen, von ihren inneren Ängsten und Kämpfen.

In “Durch Lila Nebel” taucht die Regisseurin Svetlana Fourer mit einem diversen Ensemble tief in unser aller Gefühlswelt ein. Aus der Angst erwächst die Courage, neu zu hinterfragen und Verantwortung zu übernehmen.

MAD PRIDE

Die MAD PRIDE zieht wieder bunt, laut und gemeinsam mit Euch durch die Straßen von Köln. Begleitet von Kwaggawerk ziehen wir vom ehrenfelder Neptunplatz nach Odonien und machen uns laut gegen Diskriminierung und Ausgrenzung jeglicher Art. Wir demonstrieren selbstbewusst für Vielfalt und Verschiedenheit in all unseren Farben.

BIG BÄÄM

Bei “Big Bääm” feiern wir mit euch und musikalischer Unterstützung durch Kwaggawerk, Sarah Tsehaye, Graf Fidi und RasgaRasga laut unsere Vielfalt und Lust am Wildsein. Wir lassen die Open Air Bühne auf Odonien beben.